Archiv für März 2010

Auch gute Nachrichten machen schlechte Laune

Bei der Mädchenmannschaft erschien soeben ein Beitrag zur rechtlichen Gleichstellung von Lebenspartnerschaften in Hessen: Unter Beamt_innen sind diese nun Ehen gleichgestellt. An sich eine gute Nachricht, doch sobald man zwei Minuten darüber nachdenkt, ist die Geschichte ein klassischer Fall, mit dem Politikverdrossenheit befeuert wird.

Seit 2001 sind gleichgeschlechtliche Partnerschaften in Hessen möglich, aber es braucht bis 2007 bis sich überhaupt jemand um die Gleichstellung kümmert. Dann dauert es noch einmal drei Jahre und mehrere Gesetzesentwürfe, bis man sich einigt – dann aber einstimmig. Die parteipolitischen Überlegungen dahinter sind den Wähler_innen wieder schwer zu vermitteln, aber ich kann es niemandem verübeln, wer solch ein Hickhack einfach daneben findet. Dass es dann nur fünf Minuten dauert, um das Gesetz auf sich selbst und seine Partner_innen auszuweiten, verstärkt den negativen Eindruck leider mehr, als die Freude über die Inklusivität geht.

Und während, polemisch ausgedrückt, den Banken Geld hinterhergeschmissen wird, sollen die einmalig 500.000 Euro für das rückwärtige Inkrafttreten des Gesetzes zuviel Geld sein? Dass es keinen Rechtsanspruch darauf gibt, wirkt da nur wie eine billige Ausrede, im wahrsten Sinne des Wortes.

Liebe Politiker_innen: Einerseits könnten gerade die 5 Euro heute, in 30 Jahren den Unterschied für eine Witwe oder einen Witwer machen. Andererseits geht es um Anerkennung und Würde und solch einem Theater fehlt beides. Bei aller Freude über das Ergebnis – das hätte man sicher auch schneller, effizienter und würdevoller über die Bühne bringen können!

Der Bechdel-Test

Wie bereits erwähnt, gibt es einen „Bechdel-Test” für Filme. 1985 „erfand” ihn Alison Bechdel, Zeichnerin des Comics Dykes to Watch Out For. In dem Comic erklärte ein Charakter, sie schaue nur Filme, die die folgenden drei Kriterien erfüllen:

  1. Mindestens zwei Frauen kommen in dem Film vor
  2. Sie reden auch miteinander
  3. über ein anderes Thema als einen Mann

Auch wenn es relativ einfach klingt – nur die wenigsten Filme bestehen den Test. Anita Sarkeesian von Feminist Frequency demonstriert das sehr anschaulich und verlinkt noch ein paar interessante Texte und Webseiten.

Aufgrund einiger Nachfragen hier noch eine Ergänzung: Der Bechdel-Test testet nicht die Qualität eines Films, sondern ist ein Indikator für die Präsenz von Frauen in Filmen und wie sie dargestellt werden. Kommen sie überhaupt vor? Und werden sie als vollständige Charaktere behandelt oder nur über die Beziehung zu Männern definiert?
Laut Jennifer Kesler sind genau diese Überlegungen in Hollywood unerwünscht. So vermuten die meisten Filmemacher, dass ihr Hauptpublikum (männlich, weiß, heterosexuell) abschalte, wenn sich Frauen über etwas anderes unterhalten als einen Mann. Ja liebe Männer, Hollywood hält Euch für derartig unfähig und dumm!

Bloggerinnen im Interview (ich auch!)

„Wo sind eigentlich die Bloggerinnen?” Da draußen, im Internet! Gegen die letzten Ausreden gibt es nun das Projekt Girls Can Blog. Annina interviewt Bloggerinnen, wie sie zum Bloggen gekommen sind, welche Themen sie spannend finden und auch, wie sie die Technik stemmen. Gestern erschien nun das Interview mit mir, stellvertretend für die Mädchenmannschaft (übrigens auf Deutsch und Englisch).

Noch mehr Bloggerinnen stelle ich mit Susanne in der Serie WWW Girls vor und auf Feder & Herd erschien vor kurzem eine Sammlung sehr erfolgreicher Blogs, die allerdings selten erwähnt werden. Die unsägliche Diskussion, worüber (feministische) Frauen zu bloggen haben, hatten wir leider erst im Februar. Mit Frau Liebe hatte eine (oh der Horror!?) Handarbeitsbloggerin die Wahl zum Bloggermädchen 2009 gewonnen.

Noch ein Tag – diesmal für gleiche Bezahlung

Weißer Hintergrund, darauf eine rechteckige weinrote Umhängetsche

Um auf die herrschende Lohnungerechtigkeit aufmerksam zu machen, werden heute am 3. Equal Pay Day wieder Frauen mit roten Handtaschen Farbe bekennen.

Weißer Hintergrund, darauf eine quadratische rote Umhängetasche, auf die mit schwarzen Perlen 女 (Chin. für Frau) gestickt ist

Die Programmierpionierin

Heute ist zum 2. Mal der Ada-Lovelace-Tag. Leider viel zu früh verstorben entwickelte sie zeitlebens das wohl erste Computerprogramm der Welt, mit dem Bernoulli-Zahlen berechnet werden konnten. Nur den dazugehörigen Computer konnte man Mitte des 19 Jahrhunderts noch nicht bauen.

Auf www.frauen-informatik-geschichte.de gibt es eine Biographie dieser herausragenden Persönlichkeit.

PS: Auch die Zahlenzauberin und das Piratenweib weisen auf diesen speziellen Tag, an dem die Leistungen von Frauen in Wissenschaft und Technik gefeiert werden sollen, hin.

Wir sind alle dicke, unbewegliche Kinder

Via Fefe den Link des Tages gefunden:

Die US-Armee gestaltet ihre Grundausbildung nun noch grundständiger, denn die neuen Rekruten gehören wohl einer „weichen” Generation an. Sie könnten zwar gut mit Technik umgehen, leider wären Videospiele dann auch ihr einziger Zugang zum Kampf – was für die Armee nicht reicht. Der reale Umgang mit Waffen, sowie der Nahkampf, müssten deutlich mehr geübt werden. Rekruten, wie auch die Allgemeinbevölkerung, wären physisch weniger leistungsfähig und undisziplinierter als früher. Dafür seien sie loyaler, intelligenter, stellten mehr Fragen als je zuvor und wollten unbedingt die Welt zu einem besseren Ort machen.

Irgendwie klingt das alles super. Videospiele verhindern vielleicht Gewalt, weil sich niemand mehr richtig prügeln kann. Eine Generation schlauer, idealistischer Menschen, die ihren eigenen Kopf benutzen, erwächst. Bleibt nur noch die Frage, warum diese klugen Leute eigentlich immer noch zu einer Institution wollen, die trotz aller Mühe nicht ganz verbergen kann, was sie von ihnen hält: Nichts.

Enkel und Großmütter in Osnabrück

Dass Frauen jenseits der Menopause noch leben, war lange Zeit für viele Forscher_innen ein Rätsel. Inzwischen wird schon vermutet, gerade Großmütter könnten der Schlüssel zum Erfolgsgeheimnis der Menschen sein. Dennoch beschränkt sich die Rolle der Großmutter in unserer Kultur und Gesellschaft meist auf die Taschengeld- und Süßigkeitenspenderin.

Daher hier ein Veranstaltungstip, den mensch im Internet sonst nicht so häufig findet: In Osnabrück ist noch bis Ende März die Ausstellung „Großmütter gestern und heute”. zu sehen. Gezeigt werden von Großmüttern für ihre Enkel gefertigte Geschenke und Fotos von Margret Herdt, sowie Malerei von Sybille Hertel und Mary Kolostori.

Für alle die noch mehr erleben wollen, gibt es dann am Donnerstag (25. März 2010) noch eine Lesung um 19.30 Uhr. Unter dem Motto „Keine sehr kleine Frau“ lesen Christine Höfer und Eva Nasner-Maas Aussschnitte aus dem Werk verschiedener Schriftsteller_innen. Natürlich geht es dabei immer um Großmütter.

Die Ausstellung und die Lesung sind in den Räumen der Osnabrücker Krebsstiftung in der Heger Straße 7-9. Im osradio-Podcast gibt es noch einen Beitrag von Yoshi Buhmann zur Veranstaltungsreihe.

Futter für die Serienjunkies

Mal in den iTunes-Store geschaut und gleich vier Serienfolgen umsonst heruntergeladen. Jeweils die ersten beiden Folgen von The Beast (Die Spezialisten) und Hawthorne.

Mit leider nur 13 Folgen wird The Beast wohl eher ein kurzes Vergnügen – während der Dreharbeiten wurde bei Hauptdarsteller Patrick Swayze Krebs diagnostiziert, an dessen Folgen er schließlich im September letzten Jahres starb. Schon nach der ersten Folge ist klar, dass die Serie an ihm hängt. Er spielt den Undercover-Cop Charles Barker, der es mit den offiziellen FBI-Regeln nicht allzu ernst nimmt, um die schweren Jungs hinter Schloß und Riegel zu bringen. Natürlich hat er auch einen neuen, jungen Partner, dessen Unerfahrenheit ihm öfters gewaltig auf die Nerven geht. Ex-Model Travis Fimmel verkörpert Ellis Dove und gerät wie die geneigte Zuschauerin in immer neue, verwirrende Abgründe. War ich schon oft genug genervt davon, dass Serien wirklich alles erklären, schwebten mir bei The Beast wohl einige Male die Fragezeichen über der Stirn. Trotzdem oder gerade deshalb bin ich nun gespannt, wie die weiteren Folgen aussehen. Den Bechdel-Test (mehr dazu später bzw. in Wikipedia) besteht die Serie allerdings nicht.

Noch nicht angeschaut habe ich Hawthorne oder auch HawthoRNe geschrieben, in Anspielung auf den Beruf Registered Nurse/Krankenschwester der Protagonistin Christina Hawthorne. Absolut herausragend ist auf jeden Fall schon einmal die Tatsache, dass mit Jada Pinkett Smith eine schwarze(!) Frau(!) die Hauptperson darstellt. Außerdem hat in einer späteren Folge Judy Reyes (Carla aus Scrubs) einen Gastauftritt. Mit nur 10 Folgen in der ersten Staffel ist die auch diese Serie eher kurz, aber schon für eine zweite verlängert worden.

Schleswig – wie die Stadt, nicht das Land

Verschneite Schlei mit einem kleinen aufgetauten Loch, im Hintergrund ein Hafen und der Schleswiger Dom

„Du kommst aus Schleswig, wo denn da?” – Aus der Stadt. Dass in der ganzen Region Angeln langsam was los ist (und nicht alles so flach, wie das so viele denken), erklärt der Artikel in der Netzeitung. Schnell lesen, bevor der Artikel wieder verschwindet. Hier noch mal ein paar Winterimpressionen der zugefrorenen Schlei. Nur Schlittschuhlaufen ging zu dem Zeitpunkt leider nicht mehr.

Verschneite Schlei mit dem Wikingerturm rechts im Bild

Jetzt mit neuem Namen!

Der Arbeitstitel „韩 海文” ist Geschichte. „Drop the thought” stammt laut Hape Kerkeling vom Dalai Lama, der einen so anhalten möchte, Gedanken einfach loszulassen, statt auf ihnen herumzukauen. Ein passender Titel für ein Blog.

Für alle Freunden der chinesischen Zeichen (汉字) hier noch einmal die Großansicht:
韩 海文 - Han Haiwen auf Chinesisch

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  • Ach Popp. Immerhin: Schöner Versuch und schöne Parade! — tweeted 9 minutes ago
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