Archiv für April 2010

Siehst Du?

Mal wieder ein Veranstaltungstip in Osnabrück:

Unter dem Titel „Do you see? – Siehst Du?” wird eine Posterausstellung der Organisation „Rape Outcry” gezeigt. Osnabrücker Student_innen haben sich Gedanken zum Thema Vergewaltigung gemacht.

„Rape Outcry” wurde 2007 als gemeinnützige Organisation von der Studentin Jenna-Lee Procter im südafrikanischen Port Elizabeth gegründet. Rape Outcrys Mission ist es, unter Studierenden und jungen Leuten das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass Vergewaltigung inakzeptabel ist.

Zu besichtigen ist die Ausstellung noch bis zum 16. Mai immer dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr im Forum am Dom. Außerdem gibt es am 30. April und 8. Mai noch jeweils eine Führung um 15 Uhr mit den Künstler_innen. Um telefonische Anmeldung wird gebeten.

Welch Woche!

Mehr kann man kaum zur letzten Woche sagen. Soviele Menschen, soviele Ideen, Gespräche, Kontakte – von wildfremden Menschen angesprochen werden, die einen haben reden hören und mehr wissen wollen. Statt mit wildfremden Leuten mit dem Tee neben dem Rechner zu chatten, mit neuen Freunden in der Kneipe über einem Bierchen reden. Nachts durch Neukölln laufen und immer noch die Qual der Wahl zwischen Döner, Pizza und Falafel haben.
Feststellen, dass man gerade neben Jens Berger steht, an Jörg Tauss vorbeigelaufen ist und noch auf Anne Roth wartet. Am Ende natürlich die Treppe zum Gleis hochsprinten und dort feststellen, dass der Zug ewig Verspätung hat.

Und zuhaus dann wieder ein Berg an Emails, der, kaum dass alle beantwortet sind, wieder von neuem mit den Antworten anschwillt.

Mehr zum Inhaltlichen steht bei der Mädchenmannschaft.

Mein neues Hobby: Rudelchatrouletten

Melissa Gira Grant scheint einen Trend gestartet zu haben: Auch heute versammelten sich wieder re:publica-Besucher_innen, um sich gemeinsam bei Chatroulette zu vergnügen.

Witze über die Anzahl/Art/Präsentation der verschiedenen männlichen Geschlechtsorgane erspare ich allen Beteiligten an dieser Stelle. Immerhin haben wir heute auch tatsächlich Frauen gefunden (es gibt sie wirklich!).

Besucher_innen der re:publica 2010 die um einen Laptop versammelt sind, auf dem Chatroulette läuft

Verpasst am Valentinstag…

Aber soooooo süß – daher am heutigen Caturday:

Open Access und Open Source zeigen, dass der Reichtum ihrer Männer für die Orgasmen einer Frau unwichtig ist, sondern ihre eigene Bildung zählt

Vor einiger Zeit ging die Meldung, die Orgasmushäufigkeit chinsischer Frauen hinge vom Reichtum ihrer Männer ab, durch alle Meldungen. Ha, Frauen seien doch nur aufs Geld aus, hieß es allerorten. Aber nichts da: Die Daten sind falsch ausgewertet worden. Gestern wies Kommentator_in maria bei der Mädchenmannschaft bereits auf die Pressemitteilung der LMU München hin. Zwei Forscher_innen der LMU hatten die Studie für Lehrzwecke neu ausgewertet und dabei einen Fehler im Statistikprogramm bemerkt.

„Unsere Analyse hat gezeigt, dass in erster Linie der Bildungsstand der Frauen, aber auch ihr Gesundheitszustand und ihr Alter für die Anzahl der Orgasmen verantwortlich sind“, berichtet Herberich.

Die Probleme im Statistikpogramm beschreibt dann Fefe:

In dem Originalpaper steht wohl, dass die SPSS 15 benutzt haben, eine Kommerzsoftware, und die hat das falsche Modell als Default gehabt, daher kam das falsche Ergebnis raus. Das neue Ergebnis haben sie mit R gemacht, einem Open Source Statistik-Tool. Und sie konnten das auch nur prüfen, weil die Autoren des ersten Papers neben ihren Ergebnissen auch ihre Daten veröffentlicht haben. Wenn das mal kein starkes Argument pro Open Access und Open Source ist, dann weiß ich auch nicht.

Dass sich diese Meldung nun genauso schnell durch sämtliche Medien bewegen wird, wage ich leider zu bezweifeln. „Open Access und Open Source zeigen, dass der Reichtum ihrer Männer für die Orgasmen einer Frau unwichtig ist, sondern ihre eigene Bildung zählt” ist als Schlagzeile einfach nicht so treffend. Ich habs trotzdem mal gewählt.

It’s Caturday ;)

Obere Schrift: EHH HEMM! - Eine dunkelgraue Katze (Kater?) mit blauem Halsband schaut auf die Brust einer hellgrauen Katze mit rosa Herzanhänger am Halsband - untere Schrift: meh eyes r up here!
see more Lolcats and funny pictures

Dinge, die mich nicht überraschen

Die Washington Post berichtet von einem Studenten und einem Journalisten, die beide Probleme haben, ein Visum für die Einreise in die USA zu bekommen – weil sie Moslems sind und muslimische Namen haben.

Mohamed Youcef Mami halfen keine Briefe der University of California in Berkeley, die ihn bereits für ein Masterprogramm akzeptiert hatte, um die Überprüfung seines Antrags zu verkürzen. Erst nachdem er seine Geschichte der Post erzählt hatte, kam Bewegung in die Sache. Schlimmer erging es dem Journalisten Said Mahrane. Er sollte eigentlich mit mehreren Kollegen den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy auf eine Reise in die USA begleiten, bekam aber gar kein Visum und verpasste den Trip. Anrufe des französischen Außenministeriums blieben ohne Erfolg.

„Schuld” sind die muslimisch klingenden Namen der beiden und dass nach dem gescheiterten Anschlag an Weihnachten die Überprüfung wieder einmal verschärft worden ist. Und obwohl auch weiße Christ_innen Terrorschanschläge planen und ausführen, verfangen sich leider fast ausschließlich Menschen in diesem System, wenn sie den falschen Namen, die falsche Hautfarbe oder die falsche Religion haben.


Getwittert

  • Ach Popp. Immerhin: Schöner Versuch und schöne Parade! — tweeted 9 minutes ago
Flattr this

Vernetzen!

>> Girls On Web Society Girls on Web Society - das Netzwerk deutscher Bloggerinnen
(C) Foto & Illu: Frl. Zucker

Barrierefreiheit

Lizenz

Creative Commons License

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.