Archiv für April 2012

Kristina Schröder – nichts erreicht, außer Protest

Am Dienstag abend war ich, Twitterverabredung sei Dank, spontan bei der Buchvorstellung von Kristina Schröders Buch „Danke, emanzipiert sind wir selber“ (und damit potentiell dem BKA gemeldet). Gewappnet mit den gruseligsten Zitaten sah ich schon das Schlimmste voraus.

Tatsächlich raunte es schon nach zwei Minuten BINGO, als Schröder verlauten ließ, „auch ihre beste Freundin sei Feministin.“ Danach folgte eine Weile das, was schon die Süddeutsche beschrieben hat. Schröder schilderte jede Menge Probleme, sieht sich jedoch nicht in der Lage, dagegen etwas zu tun. Rollenbilder machen es jungen Leuten heute immer noch schwer, ihre Lebensentwürfe durchzusetzen? Schlimm, aber was kann da die Familienministerin schon machen? Mini-Jobs sind eine Sackgasse und eigentlich bedarf es eines Rechtsanspruches, aus Teilzeit wieder in Vollzeit zurückkehren zu können? Schröder weiß darum, allein, sie tut nichts.

Dass „Happening“ von Extra3, samt Goldener Schürze und Chorständchen bot dann den ersten Höhepunkt des Abends. Peinlich berührt war Schröder dann auch bei den weiteren Aktionen (Kaviar!) und Nachfragen. So führte Laura Dornheim an, dass es sehr wohl Studien gäbe, die verpflichtende Quoten unterstützten – bei derartigen Fakten wich Schröder dann aus und unterstellte, nur ihre Flexi-Quote würde sich auch an Vorstände richten. Der letzte Gesetzesvorschlag der SPD zum Frauentag ist wohl an ihr vorbeigegangen.

Danach brachte ich das Osnabrücker Krippenproblem an. Hier wird die 35 Prozent-Marke erfüllt werden, der weitere Ausbau wird vom Bund allerdings nicht weiter unterstützt werden. Auch hier konnte man sich bei Schröders Antwort nur an den Kopf fassen. So sagte sie ganz klar, dass es einen Unterschied zwischen Bedarf in Städten und auf dem Land geben würde – und beschwerte sich dann, dass noch nicht alles an Bundesgeldern abgerufen worden sei. Dabei sitzt sie hier am Hebel und könnte etwas ändern, etwa die auf dem Land nicht gebrauchten Gelder für die Städte frei geben.

Wie auch bei anonymen Bewerbungen setzt sie hier auf „die Politik des Nichteingreifens“. Vorgaben aus den positiven Ergebnissen für Frauen und Migrant_innen lässt sie bleiben. Dass ihr Ministerium jetzt bei anonymen Bewerbungen bleibt, muss als Vorbild für alle anderen reichen. Firmen die diskriminieren, wäre das irgendwann peinlich. Auf Peinlichkeit setzen, oder auch Politik 2.0!?

Vermutlich das Beste am Abend waren die zahlreichen Wortmeldungen junger Feministinnen, die sich gegen die Diffamierung „des Feminismus“ durch Schröder wehrten. Ihren Reaktionen nach zu urteilen, hat sie das allerdings nicht gehört. Schade.

Seit heute gibt es nun einen Offenen Brief an Dr. Schröder, der sie aufgrund des vielfältigen Nichtstuns zum Rücktritt auffordert. Die Mädchenmannschaft hat ihn mitunterzeichnet und auf nichtmeineministerin.de ist es auch allen anderen möglich! Mehr auch unter #nichtmeineministerin und facebook.com/nichtmeineministerin. Und: Bloggt darüber, Karnele hat es z.B. auch schon getan!

Sprayen in Kabul – Shamsia Hassani

Bei der Mädchenmannschaft hatte ich neulich schon einmal kurz auf Shamsia Hassani verwiesen – eine junge Graffiti-Künstlerin in Kabul. Bei ryuu’s hort habe ich nun noch ein Video über sie gefunden, leider nur mit englischen Untertiteln.

Zwischen subversiv und Kaufsucht: Craftingblogs

Völlig an mir vorbei gegangen ist die Debatte in Craftingblogs um ihr Selbstverständnis (hallo Filterblase). Cat-und-Kascha warf die Frage auf, warum in diesen Blogs so viel „heile Welt“ und so wenig Brüche damit gäbe.

Manchmal erscheint mir das weibliche BloggerWWW als eine einzige Dekogeschichte von Frauen, die darin ihre Erfüllung finden. Aber warum ist das so, denn mir ist schon klar, dass es nicht der gelebten Wirklichkeit entspricht und dass man den allerwenigsten Frauen gerecht wird, wenn man ihnen unterstellt, sie seien dekosüchtige Hausmütterchen. Nur – warum werden andere Seiten so unsichtbar? Ist der Trend zur weiblichen freiwilligen und positiv verstandenen Häuslichkeit eben die Antwort auf die immer noch so geringe öffentliche Teilhabe?

Neben einer seeeehr langen Debatte griff auch die Anarchistelfliege dieses Thema auf. Sie verwies auf die Möglichkeiten, sich politisch zu äußern.

Nein, ich muss nicht meine persönlichen Probleme in aller Öffentlichkeit auswalzen, aber Brüche im Bild der häuslichen Craftbloggerei können ja auch anders veranstaltet werden. Durch Meinungsmache und Polit-Themen zum Beispiel, oder wenn sowas traditionell häusliches wie Handarbeit auf einmal in Form von Guerilla-Knitting öffentlich wird. Oder manchmal sind auch die gebloggten Dinge in Craftblogs auch überhaupt nicht niedlich-deko-tütelig, sondern an sich unkonventionell und subversiv.

Die Antwort einer Kommentatorin steht dabei vermutlich exemplarisch für die Bedenken, die viele Frauen haben.

Auch habe ich die Erfahrung gemacht, dass man bei politischen Aussagen im Blog sehr schnell massiv angefeindet wird. Da wird nicht versucht, mal die Sichtweise zu beleuchten, sondern nur mit irgendwelchen Kampfbegriffen geworfen und persönliche Angriffe gefahren. Nervt!!!!

Immer wieder kommt dieses Problem auf und immer hat noch niemand eine richtige Lösung dafür.

Hallo Welt, ich suche einen Job

Was ich suche:

  • einen Job. Darf halbtags oder Vollzeit sein, auch befristet, ab sofort.
  • Berlin, Osnabrück, Hamburg ist auch egal, möglichst Norddeutschland.
  • Mitarbeit, Referentin, Volontariat im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, Natur­wissenschaft und/oder Gender.
  • Was ich kann:

  • Wissenschaftskommunikation: schriftlich und mündlich.
  • Recherchieren, organisieren – Teams und Veranstaltungen.
  • Social Media, ob Facebook, Twitter oder Google+
  • Mit CMS umgehen, diese aufsetzen, mit HTML, CSS, Photoshop etc aufhübschen.
  • Workshops, Vorträge, Diskussionen.
  • Deutsch und Englisch fließend.
  • Chinesisch, Spanisch, Französisch hab ich mal gelernt.
  • Was ich habe:

  • Abschluss Biotechnologie-Verfahrenstechnik (Dipl.-Ing. FH)
  • Abschluss Zellbiologie (M.Sc.)
  • Führerschein Klasse B
  • 3 Jahre Erfahrung auf einem feministischen Weblog, inklusive Trollen und Shitstürmen.
  • Details in meinem Lebenslauf, Referenzen und Nachweise auf Anfrage.


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    • Ich bin noch gar nicht müde aber mein Bein schläft schon. Na dann! — tweeted 1 hour ago
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