Eine kurze Geschichte an Studien: Doppelstandards wissenschaftlich belegt.

21. August 2007: New research shows that women who haggle over money are seen as ‘less nice’ by their bosses.
Frauen verlangen bei Gehaltsverhandlungen weniger Geld als Männer. Tatsächlich aus gutem Grund: Denn wenn sie verhandeln, werden sie von potentiellen Arbeitgeber_innen gleich als weniger „nett“ eingeschätzt und ihre Einstellungschancen sinken, berichtet der Guardian.

15. Juni 2011: TU Wien bevorzugt Männer bei Bewerbungen
dieStandard.at berichtet von einer Studie, nach der Frauen schlechtere Chancen haben zu Bewerbungsgesprächen eingeladen zu werden, wenn ihr Geschlecht im Lebenslauf steht. Außerdem ist die Abbruchquote unter Studentinnen höher als bei Studenten, die die gleichen Voraussetzungen haben.

9. August 2012: Frauen haben schlechtere Chancen auf Forschungsförderung
Schlechtere Vernetzung in „informellen Kreisen“, Schwierigkeiten bei der Vereinbarung von Wissenschaft und Familie – dass Wissenschaftlerinnen weniger Forschungsförderung erhalten liegt aber auch daran, dass sie seltener unbefristete Stellen haben und weniger oft gefragt werden, für Zeitschriften Editorials u.ä. zu schreiben, so dieStandard.at.

4. September 2012: Die Bewerberin ist besser geeignet als er. Trotzdem bekommt der Bewerber die Professur.
Die Zeit über eine Juristin, deren Qualifikationen bei einer Bewerbung nicht anerkannt wurden. Bonuspunkt: Die Gleichstellungsbeauftragte der Hochschule wurde von dieser genötigt, ihre Aussage zurückzuziehen, nach der die Bewerberin eindeutig diskriminiert wurde. Wer einmal mit Gleichstellungsbeauftragten gesprochen hat, weiß leider, dass dies kein Einzelfall ist.

18. September 2012: Forscherinnen werden als inkompetenter eingeschätzt
Gleicher Lebenslauf, aber anderer Vorname. Schon ist der eben noch so kompetente Kandidat auf einmal eine ungeeignete Bewerberin. Begründet werden kann dies natürlich immer. Nur dass bei Frauen die „schlechten“ und bei Männern die „guten“ Seiten betont werden. Auch in der Naturwissenschaft ist niemand gegen Vorurteile gefeit, so dieStandard.at.

23. November 2012: Studie entlarvt Vorurteile von Primatenforschern
Organisieren Frauen eine Konferenz, entspricht der Anteil der Speakerinnen dem der Frauen in der veranstaltenden Gemeinschaft/im Verband. Je mehr Männer an der Organisation beteiligt sind, umso geringer der Frauenanteil. Der Spiegel ist etwas überrascht.

3. Dezember 2012: The Ambition Myth: Debunking a Common Excuse for the Gender Wage Gap
Haben Manager ein Budget zur Verfügung um ihren Angestellten mehr Lohn zu geben, geben Sie den Großteil an Männer. Für Frauen, die um ihr Gehalt verhandeln wollen, sind die Ausgangsbedingungen also schon schlechter, so The Atlantic.

4. Dezember 2012: Study: “Slut-shaming” won’t go away
Gleiche Geschichte – einmal mit Protagonist, einmal mit Protagonistin. Und, Überraschung: Lässt sich eine Frau auf unverbindlichen Sex ein, gilt sie als promiskuitiver, weniger intelligent, mental instabiler, weniger kompetent und „mit mehr Risiko behaftet“. Dass es so kommen wird, sehen Frauen dabei voraus und entscheiden sich gegen unverbindlichen Sex, berichtet Salon.

4. April 2013: Sexistischer Blick auf Studien
Studien werden als qualitativ schlechter eingestuft, wenn sie von Frauen durchgeführt wurden. Die bild der wissenschaft beschreibt eine weitere Studie, die identische Arbeitsproben mit verschiedenen Vornamen versah. Der Effekt gilt für die Beurteilung durch Männer und Frauen und verstärkt sich noch, wenn das Wissenschaftsfeld männlich besetzt ist, z.B. Technik. Noch schlimmer wird die unterschiedliche Einschätzung bei Proband_innen mit besonders konservativem Geschlechterbild.

10. April 2013: Obamas schöne Staatsanwältin: Vom Schaden, den ein Kompliment anrichten kann
Erwähnen Medienberichte das Äußere einer Politikerin, sinkt der Anteil derer, die sie wählen wollen. Wird das Aussehen noch bewertet, sinken die Werte weiter, egal ob es positive oder negative Kommentare sind. Besonders Männer lassen sich davon beeinflußen. Der Fokus auf Äußerlichkeiten lässt Wähler_innen die Kandidatin auch als weniger qualifiziert einschätzen. Die Kommentatoren bei Stefan Niggemeier sind außer sich.

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