Auch gute Nachrichten machen schlechte Laune

Bei der Mädchenmannschaft erschien soeben ein Beitrag zur rechtlichen Gleichstellung von Lebenspartnerschaften in Hessen: Unter Beamt_innen sind diese nun Ehen gleichgestellt. An sich eine gute Nachricht, doch sobald man zwei Minuten darüber nachdenkt, ist die Geschichte ein klassischer Fall, mit dem Politikverdrossenheit befeuert wird.

Seit 2001 sind gleichgeschlechtliche Partnerschaften in Hessen möglich, aber es braucht bis 2007 bis sich überhaupt jemand um die Gleichstellung kümmert. Dann dauert es noch einmal drei Jahre und mehrere Gesetzesentwürfe, bis man sich einigt – dann aber einstimmig. Die parteipolitischen Überlegungen dahinter sind den Wähler_innen wieder schwer zu vermitteln, aber ich kann es niemandem verübeln, wer solch ein Hickhack einfach daneben findet. Dass es dann nur fünf Minuten dauert, um das Gesetz auf sich selbst und seine Partner_innen auszuweiten, verstärkt den negativen Eindruck leider mehr, als die Freude über die Inklusivität geht.

Und während, polemisch ausgedrückt, den Banken Geld hinterhergeschmissen wird, sollen die einmalig 500.000 Euro für das rückwärtige Inkrafttreten des Gesetzes zuviel Geld sein? Dass es keinen Rechtsanspruch darauf gibt, wirkt da nur wie eine billige Ausrede, im wahrsten Sinne des Wortes.

Liebe Politiker_innen: Einerseits könnten gerade die 5 Euro heute, in 30 Jahren den Unterschied für eine Witwe oder einen Witwer machen. Andererseits geht es um Anerkennung und Würde und solch einem Theater fehlt beides. Bei aller Freude über das Ergebnis – das hätte man sicher auch schneller, effizienter und würdevoller über die Bühne bringen können!

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