Über die Trolle im realen Leben

Liebe Holstein Kiel-Fans,

wahrscheinlich seid Ihr gestern gar nicht in Osnabrück gewesen, sondern nur ein Haufen Vollidioten, die die Bezeichnung Fan nicht verdienen. Trotzdem hat der Auftritt gereicht, dass ich mich schäme, aus Schleswig-Holstein zu stammen. Ich will schon schreiben, einem Land von schlechten Verlierern aber diese Idioten waren schlechte angehende Gewinner, die Böller und Bengalenfeuer schon mit der eigenen Führung zündeten.

Im Internet haben wir gerade viel über Trolle geredet und diese Vollpfosten sind die Trolle des realen Leben. Ohne Sinn und Verstand versuchen sie, Andere, Schwächere zu stören. Sie sind die Posterboys der weißen, heterosexuellen, cisgender Männer, die ihr Privileg ausnutzen wollen, um Raum und weniger Priviligierte zu beherrschen. Sie spielen ein Spiel, bei dem es keine Gewinner sondern nur Verlierer gibt.

Nachdem das Spiel unterbrochen wurde, spannten die allergrößten Spaßvögel noch ein Plakat „Lieber infantil wie wir, als sich entschuldigen”. Nein, das war nicht infantil, es war gefährlich. Böller in den gegnerischen Fanblock zu werfen, ist kein Witz. Menschen konnten nicht atmen, nichts sehen, kleine Kinder wurden von den Sanitätern abgeholt. Schwächeren das Leben schwer zu machen ist kein Witz, es ist in etwa so rebellisch und aufregend wie ein Wurstbrot zu essen.

Vielleicht wollten sie nicht mal, das Kinder darunter leiden. Vielleicht wissen sie gar nicht, dass sie es getan haben. Wahrscheinlich ist es ihnen aber nur total egal. Denn über diese Konsequenzen ihres Handelns haben sie sich augenscheinlich vorher keine Gedanken gemacht, sonst hätten sie es gelassen. Auch das ist sehr trollig. Von sich selbst auszugehen und allen, die nicht so sind „selbst schuld“ hinterherzurufen. Das Leben Anderer zu gefährden ist kein Witz!

An solchen Tagen sind mir alle Bedenken über die totale Kameraüberwachung und riesige Datenbanken egal. Ich weiß, dass Menschen heute nur zweimal in einem Jahr zur falschen Zeit am falschen Ort sein müssen, um Stadionverbote ausgesprochen zu bekommen, ohne eine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren. Ich habe keine Konzepte, das besser zu machen. Ich will die auch gar nicht entwickeln müssen, denn ohne Trolle wären sie nicht notwendig.

In diesem Spiel gibt es nur Verlierer.

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Ein Gedanke zu “Über die Trolle im realen Leben

  1. Mir ist es ein Rätsel, warum so viele Menschen Spaß an Gewalt haben. Aber offensichtlich ist es ein Drang, der immer und immer wieder durch kommt. Nicht nur in den Fußballstadien.

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