Evolutionäre Psychologie erklärt alles!

Ich liebe Bullshitbingos und Psychologie mit Evolution zu erklären finde ich einen problematischen Ansatz. Vieles, was wir glauben über unser vergangenes Verhalten zu wissen, ist reine Spekulation, bestenfalls Indizienwissen. Daher kommt das hier gerade recht (Klick für groß):

Weißer Hintergrund mit Bingeofeldern drauf. Oben steht: Evolutionary Psychology Bingo - unten rechts steht ein grünes Männchen über einem liegenden grünen Frauenavatar

Via kiturak, wo es auch ein Transkript des Bildes gibt und vor Jahren schon von PAB entworfen. Trotzdem immer wieder gut!

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12 Gedanken zu “Evolutionäre Psychologie erklärt alles!

  1. Huhu! Danke fürs Verlinken!

    Ja, für die (keine Ahnung?) 2% vielleicht in irgendwelchen Instituten vorhandenen seriösen, sinnvollen Erkenntnisse lohnen sich die 98% an „Pseudo-scientific justification of the status quo“-Spam, größtenteils zur Rechtfertigung von Anti-Antidiskriminierung eingesetzt, einfach nicht.

    Schöner Blog 🙂

  2. Evolutionäre Psychologie hat das gleiche Problem wie die Spiegelneuronen, die Idee ist zu gut, zu elegant und zu lässig. Dummerweise erklärt sie soviel auf so gute Art und Weise das es mehr als dämlich wäre sie nicht zu benutzen.

  3. Evolutionäre Psychologie bringt so großartige Erklärungen hervor wie die These, Frauen bevorzugten rot, weil sie früher Beeren gesammelt hätten. Obwohl rot erst mit der Etablierung der Marine vor 100 Jahren von der Männer- zur Frauenfarbe umdeklariert wurde.

    Über alles aus der Steinzeit können wir auch nur spekulieren, vgl. http://maedchenmannschaft.net/warum-monogamie-eine-schlechte-idee-ist/#comment-29597 Auch von „Naturvölkern” auf Evolution zu schließen ist eine krumme Annahme, dort finden sich derart vielfältige Lebens- und Gesellschaftsformen, dass Verallgemeinerungen völlig fehl am Platz sind.

    Leider läuft es in diesem Fach zu oft darauf hinaus, bestimmte (meist die eigenen) Verhaltensmuster zu rechtfertigen, statt sie kritisch zu betrachten.

    • @Haiwen
      Feminismus hat die Idee hervorgebracht,dass die Begrenzung der Männer auf 10% der Weltbevölkerung eine gelungene Entseuchung wäre (Mary Daly). Darf man dann den Feminismus als ganzen ablehnen oder sollte man die einzelnen Ideen kritisch für sich prüfen?
      Wie erklärst du dir denn die vorhandenen körperlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau, wenn sie nicht auf Arbeitsteilung beruhen? Es muss ja in irgendeiner Form einen anderen evolutionären Druck gegeben haben, sonst wären keine körperlichen Unterschiede vorhanden?

      • Nur dass das eben eine Idee im Feminismus ist, der aber auch jede Menge andere Ideen hervorgebracht hat. Evolutionäre Psychologie dagegen öfters solche „Erkenntnisse“ produziert.

        Ein Unterschied von Mann und Frau ist klar – Kinder kriegen, wobei nicht jeder Mensch Kinder bekommen kann oder will. Ansonsten sollte man sich bewußt machen, dass die Abgrenzung von Mann und Frau nur im Durchschnitt „klar“ ist. Es gibt große Frauen und kleine Männer, jüngere Frauen die stärker und schneller sind als ältere Männer. Neben der Theorie der Arbeitsteilung entlang der Geschlechtsachse, gibt es z.B. auch Arbeitsteilung nach dem Alter.

  4. @haiwen

    Das mit dem Durchschnitt wird in der Biologie nicht bestritten. Das die Biologie nur etwas über den Schnitt, nicht aber über das Einzelwesen aussagt ist klar.

    Allerdings ist ja gerade bei der Betrachtung der Bevölkerung der Schnitt interessant.
    Eine Frau kann stärker sein als ein Mann, gerade wenn sie trainiert. Haben wir aber einen typischen Mann und eine typische Frau und beide trainieren gleich viel wird der Mann aufgrund der anabolen, also muskelaufbauenden Wirkung von Testosteron, von dem ein Mann wesentlich mehr hat als eine Frau kräftiger werden. Hierfür muss es bei Zugrundelegung der Evolutionstheorie einen besonderen Leistungsdruck gegeben haben. Wesen werden üblicherweise in der Evolution nicht für das Altsein optimiert. Vielmehr lassen zu diesem Zeitpunkt einfach die Fähigkeiten nach. Dein Beispiel mit den alten sagt daher nichts über evolutionären Druck aus.

    vielleicht müsste man zunächst Evolutionäre Psychologie und Evolutionäre Biologie abgrenzen.
    In der evolutionären Biologie gibt es durchaus Beweise.
    ie Evolutionsbiologie hat immerhin die Vergleiche mit nahen Verwandten, den Affen, Einblicke in die Funktionsweise des heutigen Gehirns, Vergleiche mit anderen Tierarten und Rückschlüsse darauf, welches verhalten diese aufgrund bestimmter genetischer Unterschiede bevorzugen. Zudem gibt es Einblicke über verschiedene Gendefekte. Man kann auch teilweise mathematische Modelle berechnen und aus diesen Modellen Rückrechnungen anstellen, man kann schauen, ob ein bestimmtes Verhalten beispielsweise mit der Spieltheorie übereinstimmt zB in dem das Verhalten einem Nash-Gleichgewicht entspricht. Man kann Naturvölker miteinander vergleichen und Gemeinsamkeiten entdecken. Man kann Regeln für bestimmte Verhaltensweisen bei tieren aufstellen und schauen, ob sich der Mensch logisch in diese einfügt. Es gibt also durchaus Argumente, die logisch begründbar sind.

    Die Vorstellung, dass es keine Geschlechter gibt hingegen scheint mir ganz erheblichen Gegenargumenten ausgesetzt. Wenn es keine eingespeicherten Attraktivitätsmerkmale gibt ist zB keine sexuelle Selektion möglich und diverse Zustände bei Mann und Frau (zB die Brust der Frau) lassen sich nur durch sexuelle Selektion erklären. Wenn wir aber Attraktivitätsmerkmale hatten dann macht es keinen Sinn diese im Rahme der Evolution aufzugeben und durch ein genau gleiches soziales Konstrukt zu ersetzen. Wie soll dafür der nötige evolutionäre Druck aufgebaut werden, der zu einem Abbau führt? Diese Frage wird allerdings zB in der Queer Theorie noch nicht einmal behandelt, sie wird schlicht ausgeblendet.

    Der Frühmensch, insbesondere vor dem Eintreten einer höheren Intelligenz sollte wie andere Tiere auch instinktiv eine Vorliebe für Männer und Frauen mit „gesunden Genen“ gehabt haben, also solche die eine Fortpflanzung und Vermehrung ermöglichen. Hätte er diese nicht gehabt hätte er einen erheblichen evolutionären Nachteil erlitten. Wenn er sie aber gehabt hat, dann gibt es keinen Sinn sie zu verlieren, da diese über die gesamte Menschheitsgeschichte evolutionär durch mehr Nachkommen belohnt wurden.

    Die Queer Theorie kann nicht erklären, wie wir zu unseren heutigen Körpern kommen wohingegen die Evolutionsbiologie dort eine schlüssige Theorie vorzuweisen hat. Oder kennst du eine entsprechende Begründung? Im Prinzip kann man bei Anwendung der Queer Theorie eine Evolution des Menschen vergessen oder sie müßte erheblich abgebremst gewesen sein. Alle Rechenmodelle die ohne Attraktivitätsmerkmale auskommen zeigen dies.
    Wer die Queer Theorie der Dekonstruktion der Geschlechter vertritt sollte sich bewusst sein, dass er dann erklären muss, wie sich der Mensch durch Evolution entwickelt ha

  5. Auf den ersten Blick kann ich auch gleich 3 Felder im Bingo ankreuzen. Yay!
    Deine weitere Ausführungen klingen leider nach „Feminismus und Queer Theorie wollen alle gleich machen und ich hoffe, dass die Evolution das verhindern wird.“ Eine weiter Diskussion erübrigt sich damit.

    • Ich hoffte eigentlich, dass meine weiteren Ausführungen nach Gegenargumenten klingen, die die von dir vermutlich vertretene Theorie ausgesetzt sind.
      Schade, dass du da nicht zu einer „Verteidigung“ der Queer Studies bereit bist. Mich würde tatsächlich interessieren, wie die dort vertretenen Gegenargumente sind, dass die Evolution erheblich gebremst wird, wenn es keine einprogrammierten Attraktivitätsmerkmale für jedes Geschlecht gibt. Oder wie dann eine sexuelle Selektion stattfinden soll, die ja gerade bei solchen Unterschieden und ihrer Einspeicherung ansetzt. Gibt es Queer Theorien zum Pfauenrad oder ist es einfach etwas anderes, weil das ein Tier ist und wir Menschen?

      • Auf einen Blogpost zu gehen – einfach.
        Irgendwas über die Autor_innen anzunehmen – leider üblich.
        Dann zu verlangen, irgendwelche Theorien zu verteidigen, die mit dem ursprünglichen Thema vage in Verbindung stehen – Troll.
        Fütterung beendet.

  6. In der evolutionären Biologie gibt es durchaus Beweise.

    der evolution unterliegen alle bereiche des menschseins. da wir aber über die psychologie unserer vorfahren nichts gesichert wissen, ist der ansatz einer evolutionspsycholgie ein klassischer zirkelschluss:

    weil frauen heutezutage zu hause die kinder betreuen, haben sie das in der steinzeit auch getan und DARUM tun sie es heute auch.

    die begründung wird aus der these abgeleitet und die these aus der begründung.

    • Alle körperlichen Unterschiede lassen sich jedenfalls nicht mit dem Argument erklären, dass Frauen schwanger wären. Denn dann können die Körper, wie andere Säugetiere zeigen, noch recht gleich sein. Große Unterschiede ergeben sich insbesondere, wenn eine Arbeitsteilung besteht.
      Damit kann man schon vertreten, dass auch der Urzeitmensch eine Arbeitsteilung gehabt haben muss, weil sonst der nötige Evolutiondruck nicht vorhanden gewesen wäre. Wenn Frauen zB auch Großwild gejagt haben wie Männer, dann ist nicht verständlich, warum Männer stärker sind als Frauen.

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