Wenn Zellen sich selbst aufessen (Teil I)

Im Rahmen des angekündigten Wissenschaftsbloggen gibt es heute als erstes einen Beitrag zu einem schon recht spezifischen Thema, mit dem ich mich im Rahmen einer Literaturarbeit beschäftigt habe.

Ein besonders interessantes Phänomen der Zellbiologie ist Autophagie, ein Vorgang der bereits in den sechziger Jahren entdeckt wurde, bis vor kurzem aber nur wenig erforscht wurde. Das Wort „Autophagie” stammt aus dem Griechischen, αυτo (sich selbst) and φαγϵιν (essen) und bezeichnet genau diese Vorgang: Eine Zelle beginnt sich selbst aufzuessen.

Was auf den ersten Blick wie eine blöde Idee aussieht, ist auf den zweiten ziemlich clever. So ist Autophagie dafür zuständig, dass eine Zelle „sauber und ordentlich” bleibt. Denn auch in ihnen entsteht jede Menge Müll. Selbst frisch hergestellte Proteine sind häufig fehlerhaft und müssen gleich wieder entsorgt werden. Krankheitserreger wollen Zellen natürlich auch loswerden und auch die Unterheiten der Zellen, Kompartimente, können mit der Zeit kaputt gehen. In all diesen Fällen kommt Autophagie zum Tragen.

Darüber hinaus kann es in Zeiten von mangelnden Nährstoffen sinnvoll sein, einzelne Zellbestandteile abzubauen, um anderen das Überleben zu sichern. Einige Kompartimente werden nie zum Ziel von Autophagie – der Zellkern etwa. Da er nur einmal pro Zelle vorliegt und auch noch das Erbgut in Form der DNA enthält, bleibt er unangetastet. Entbehrlich sind dagegen Mitochondrien oder Peroxisomen. Erstere liegen rund 2000 Mal in einer einzelnen Zelle vor, ihre Hauptaufgabe ist die Generierung von Energie in Form, außerdem sind sie an weiteren Stoffwechselprozessen beteiligt. Das sind auch Peroxisomen, von denen es etwa in Leberzellen rund 400 Stück gibt.

Das Besondere an Autophagie ist zum einen, dass ganze Zellkompartimente abgebaut werden können und nicht nur einzelne, beschädigte Proteine. Zum anderen gibt es bis heute noch viele ungeklärte Fragen, von der genauen Einleitung der Autophagie bis zur Rolle in verschiedenen Krankheiten.


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3 Gedanken zu “Wenn Zellen sich selbst aufessen (Teil I)

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