Von, über und ohne Frauen – Veranstaltungen in Osnabrück

Ab nächster Woche gibt es wieder eine Skulpturenausstellung im Hof des StudiOS der Universität Osnabrück. Die Osnabrücker Künstlerin Karin Mackay setzt sich in „fe-mail” mit weibliche Botschaften auseinander. Geöffnet ist der Skulpturengarten, Neuer Graben 27, vom 14. September bis 26. Oktober jeweils von 9 bis 16 Uhr (Mo – Do) und freitags von 9 bis 14 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Um die „Rolle der Frauen in den Moscheegemeinden” geht es am 13. und 14. September in einer Fachkonferenz der Uni. Themen sind u.a. Frauenbilder muslimischer Philosophen und Mystiker, ihre Arbeit in den Vorständen von Moscheegemeinden oder die Intersektionalität von Islam, Frauen und Feminismus. Solange es freie Plätze gibt, ist die Anmeldung auch noch vor Ort möglich, die Teilnahmegebühr beträgt 5 Euro. Weitere Informationen gibt es auf dem Flyer zur Veranstaltung.

Außen vor bleibt das Thema Frauenrechte leider beim »Colloquium Dritte Welt – Umwelt und Entwicklung«, das sich diesmal der Frage „Kein Friede für Afghanistan?” widmet. Einst einer der medial hervorgehobenen Gründe für den Krieg gegen die Taliban, ist es heute mehr als fragwürdig, ob sich für die Afghaninnen tatsächlich die Situation gebessert hat. Auf Nachfrage wurde ich an den einzigen Vortrag einer Referentin, Nadia Nashir-Karim vom Afghanischen Frauenverein, verwiesen (7. Dezember, 19:30 Uhr, Eintritt frei, Vortragssaal der VHS in der Bergstr. 8). Dabei soll es aber eigentlich darum gehen, ob Hilfsprojekte Afghanistan wirklich helfen können. Polemisch ausgedrückt: „ups, die Frauen haben wir vergessen, aber derailen sie ruhig den Vortrag unserer Quotenfrau”.


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7 Gedanken zu “Von, über und ohne Frauen – Veranstaltungen in Osnabrück

  1. Man müsste laut Schätzungen ungefähr eine Viertel Million Soldat_innen in Afghanistan stationieren, um halbwegs die vielen ländlichen Gebiete „unter Kontrolle“ zu haben. Absolut unrealistisch. Und absoluter Wahnsinn.

  2. Selbst dann wäre es wahrscheinlich nicht möglich, da eine andere Lebensweise zu vermitteln. Ich denke die kulturellen VOrstellungen sind zu verschieden. Andererseits: Wäre es besser, wenn man gar nichts gemacht hätte? Immerhin gibt es einen Vorgeschmack auf ein demokratisches Leben und Widerstand gegen die Taliban. Das die nicht kampflos aufgeben ist ja eine andere Sache. Ein Teil der Verschlechterung ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass die Taliban sich angegriffen fühlen

  3. Ja sicher hat der Einmarsch der Truppen zu einer Radikalisierung der Taliban gefuehrt. Meine Argumente brauchst du nicht noch einmal zu wiederholen. Ich habe das Gefuehl, dass du den Text mit Absicht falsch verstehst. Ich wiederhole noch einmal, was ich schon unter dem MM Artikel gesagt habe:

    Es gibt in diesem Text keine “Good vs. Evil” Argumentation, gerade um jene dichotome Weltsicht aufzubrechen, die rhetorisch von Bush kultiviert wurde und bekanntlich zu völlig undifferenzierter Berichterstattung führte.

    Es geht nicht darum, die Taliban besser ausschauen zu lassen, sondern diesen unter voellig falschen Voraussetzungen und verfehlten Motiven gefuehrten Krieg als solchen zu benennen.

  4. @Magda

    Nicht, dass ich für den Krieg bin.
    Aber einfach den Krieg als einen solchen zu benennen, der unter falschen Voraussetzungen und verfehlten Motiven gestartet wurde finde ich etwas einfach, insbesondere wenn in der Argumentation hauptsächlich auf das Ergebnis abgestellt wird.
    Denn das Ergebnis ändert ja nichts an den Motiven des Krieges. Er wäre ja auch ein unter falschen Voraussetzungen und verfehlten Motiven gestarteter Krieg, wenn wir dort jetzt eine Demokratie mit glücklichen und emanzipierten Frauen hätte.
    Dann müsste man meiner Meinung nach darlegen, dass die Frauen von vorneherein nur vorgeschobener Grund waren und klar war, dass man diese nicht befreien kann. Das aber erfolgt ja in deinem Artikel gerade nicht oder soll das durch das Abstellen auf die Ergebnisse angesprochen sein?
    Mir fehlt bei der Verurteilung in deinem Artikel eine Position – „gar nicht rein wäre besser gewesen“ oder „jetzt nur nicht aufgeben, wenn man es schon versaut hat darf man die Frauen nicht hängen lassen und muss ihnen zumindest in der Stadt Schutzräume aufbauen, wenn ein Sieg schon nicht erreicht werden kann“ – ansonsten schwebt mir die Kritik zu sehr im Raum und hat zudem den Vorteil aus nachträglicher Sicht geschrieben zu sein.
    Das du die Taliban nicht besser ausschauen lassen wolltest war klar – warum solltest du das wollen, sie stehen ja so ziemlich gegen alle deine Positionen?

  5. Lieber Christian,

    ich habe einen Blogartikel geschrieben, kein Buch. Was dort reingehoert, entscheide ich gerne noch allein. Wenn du die Aussage meines Textes – die ich dir nun uebrigens schon in zwei Diskussionen erklaert habe, nicht verstehst, mache mich dafuer nicht verantwortlich, sondern lese einfach noch mal den Text oder schreibe einen Artikel, der deiner Meinung nach treffsicherer ist.

    Und ja, d’oh, eine Kritik kann aus heutiger Sicht nur nachtraegliche geschrieben werden.

  6. @Magda

    Natürlich kann eine Kritik aus heutiger Sicht nur nachträglich geschrieben werden. Aber wenn du die Entscheidung damals angreifst, dann musst du eben auf die damalige Entscheidungsgrundlage abstellen.
    Ein Beispiel: „Wir hätten die Enstscheidung nicht durch Münzwurf treffen sollen, die Münze ist auf Kopf gelandet“ vs. „Sich damals auf eine Entscheidung durch Münzwurf einzulassen war falsch, weil man bereits damals hätte sehen können, dass eine 50/50 Chance für Kopf eine zu große Gefahr ist.“

    Ebenso kritisierst du in dem Artikel die Entscheidung, weil sie ein schlechtes Ergebnis hatte. Diesen logischen Bruch vermeidet man, wenn man entweder das Ergebnis kritisiert, weil es schlecht ausgeführt/unerreichbar war oder die Entscheidung, weil man das heutige Ergebnis voraussehen konnte (oder natürlich beides).

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