Ganz das Nerdklischee: Fertiggerichte!

Was um alles in der Welt könnte eigentlich noch nerdiger sein als Fertiggerichte? Fertigpizza nun mal eingeschlossen. Tatsächlich kann ich auch nach all dem Studieren der Verfahrenstechnik Fertiggerichte nicht verdammen. Im Gegenteil: Ich finde sie faszinierender als je zuvor. „Die Küche war das erste verfahrenstechnische Labor“ hieß es einst im Praktikum und es werden sehr häufig die gleichen Verfahren angewandt. Meist nur unter anderem Namen. Backen kann man nicht nur Kuchen, sondern auch Keramik, das heißt dann allerdings sintern.

Nicht erst mit dem Aufkommen der Molekularküche, schon viel früher, zog die Biochemie in unsere Lebensmittelverarbeitung ein. Freilich ging es zunächst mehr um das Haltbarmachen von Lebensmitteln. Gurken wurden eingelegt, Schinken geräuchert und Marmelade gezuckert. Dank Bakterien und ihrer Stoffwechselwege haben wir außerdem Brot, Joghurt und Bier erzeugt. Mit der Erfindung des Kühlschranks und der Gefriertruhe ist nun vieles sehr lange haltbar – einiges verliert durch das Einfrieren und Auftauen aber auch seinen Geschmack, wenn das Eiweiß dabei verändert wird.

Fertigkrams ist für mich daher eine logische Weiterentwicklung. Nicht nur Haltbarkeit ist heute wichtig, möglichst schnell und einfach soll es auch gehen. Warum es dann z.B. Fertigpfannkuchenpulver gibt, dem noch Wasser zugesetzt werden muss, erschließt sich mir daher nicht unbedingt. Zwei Eier in eine Tasse geben, danach die gleiche Menge Milch und Mehl darauf geben, eine Prise Salz und etwas Öl dauert maximal 2 Minuten länger. Egal. Worauf ich eigentlich herauswollte, ist mal ein komplett anderes Fertiggericht, dass ich heute ausprobiert habe: Chatpate Chole.

Vorderseite der Verpackung von Chatpate Chole, Kichererbsen in Sauce, garniert mit Peperoni und Zwiebeln

Ein Kichererbsen-Sauté mit Gewürzen in Tomatensauce, wobei Sauté bedeutet, dass alles in einem kleinen Topf angebraten wurde und es braun aussehen muss am Ende. Leider ist das Essen in einem silbernen Beutel versteckt, den man wenige Minuten im Wasserbad erhitzt (auch das übrigens eine gängige Labortechnik). Denn: die Kichererbsen waren im Beutel nicht zu fühlen, später aber richtig groß und viele. Auch wenn man das auf dem Nachherbild nicht so sieht. Da ist die Sauce drüber, die recht scharf war. Also, für mich. Und auch wenns danach auf dem Fotos ebenfalls nicht aussieht, war sie wirklich lecker!

Eine Schale mit der braunen Kichererbsen-Sauté und einem Löffel – es sieht nicht ganz so aus, wie auf der Verpackung

Nun stehe ich also vor einem Problem, denn den Beutel soll man auf keinen Fall öffnen, bevor man das Essen erhitzt. Schneide ich ihn nächstes Mal doch auf, gucke mir das Innere an und erhitze das dann im Topf? So morgens Elmex, abends Aronal-wagemutig?

PS: Für diesen Beitrag habe ich kein Geld erhalten, ich weiß nicht mal, ob die Erzeugerfirma eine Webseite hat.

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2 Gedanken zu “Ganz das Nerdklischee: Fertiggerichte!

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