We want Sex – besser als der Titel!

Über den Titel muss man nicht mehr viel sagen, Steffi hat immerhin noch einige Verschlimmbesserungen

“Made in Dagenham” ist in der Tat deutlich besser. Wahrscheinlich inzwischen von jeder und jedem Feministin in Deutschland geschaut, war der Film gute Unterhaltung, aber mit Raum nach oben. So blieben die Charaktere etwas klischeebehaftet (Arbeiterin mit kriegstraumatisiertem Ehemann, das Möchtegern-Model, brave Hausfrau, die mehr kann). Letztere, die Hauptfigur Rita O’Grady wächst einem dann doch sehr ans Herz – fast schon leider, denn der historische Streik hing nicht von einer charismatischen Führungspersönlichkeit ab, sondern gelang aufgrund des Zusammenhalts der Arbeiterinnen. Vielleicht war den Macher_innen soviel echte weibliche Solidarität dann doch zu unheimlich und ungewohnt?
Filmposter zu "Made in Dagenham” (auf Deutsch „We want Sex”)

Außerdem gibt es einige obligatorische Wendungen: Ritas neue Bekanntschaft ist die Frau des unsympathischen Ford-Managers; als Rita schon aufgeben will, ist es ihre Bitte, die den Kampf weiter gehen lässt. Da tuschelte dann auch gleich das halbe Kino die Wende vorausg. Und das Ende scheint dann irgendwie supi-dupi-klasse, als ob nun endlich Lohngleichheit gegeben wäre. Ist aber nicht, wie auch der Blogabsatz noch einmal klar stellte.

Schließlich werden die miesen Arbeitsbedingungen der weiblichen Beschäftigten zwar anschaulich dargestellt, wie Mature Times anmerkt, bleibt aber der wirklich krasse Kontrast zu den frisch renovierten Hallen der männlichen Fabrikarbeiter aus. Außer einigen fiesen Managern und den völlig überforderten Gewerkschaftern sind die männlichen Charaktere fast schon Feministen.

Dennoch lohnt sich das Anschauen, und wenn es nur wegen des optimistischen Endes ist. Aber nicht dass es nachher heißt, Made in Dagenham habe Euch unrealistische Vorstellungen von der Politik vermittelt! Zum Ausschneiden und immer wieder Anschauen sind auch die Szenen von Rita, die ihre Kollegin Sandra vom Streik brechen abhält und wieder für den Kampf gewinnen kann und ihre Antwort an ihren Mann, der sich lobt, er habe sie und die Kinder noch nie geschlagen: Wie gerechte Bezahlung sei auch anständiges Verhalten der Familie gegenüber ihr Recht, nicht sein Privileg.

Noch mal Datenschutz: WordPress Kommentare und Statistiken

Über Vera Bunse bin ich heute auf ein fieses Problem mit dem WordPress.com Stats-Plugin gestossen. Achtung: Es handelt sich um ein Problem mit selbst-installiertem WordPress, also eigentlich WordPress.org – das Plugin heißt nur anders, weil die Auswertung der Besucherstatistiken über wordpress.com läuft. Was genau nun das Problem ist. War dieses Plugin bisher die datenschutz-freundlichere Alternative im Vergleich zu Google Analytics, werden nun üble US-Firmen mit eingebunden. Den Benutzer_innen wurde das von Auttomatic, den Entwickler_innen hinter WordPress und dem Plugin, aber bisher weder erläutert, noch wurde auf Beschwerden eingegangen.

Die Nachforschungen ergaben, dass Quantcast ein US-amerikanisches Unternehmen ist, das mit Informationen für zielgerichtete Werbung handelt […] Für diesen Zweck werden auch die IP-Adressen der Besucher erfasst und mit Hilfe von Cookies deren längerfristiges Verhalten. Ebenfalls ist Quantcast kein Mitglied des Safe-Harbor-Abkommens, sichert also keine Datenverarbeitung nach europäischen Standards zu. Auch Comscore, Motto: “Tag and Be Counted”, bietet werberelevante Statistikdaten.

Für deutsche Blogger_innen ist das ein Problem, da sie so potentiell gegen das Datenschutzgesetz verstoßen. Und dafür persönlich haften, d.h. es könnten Abmahnungen, Klagen und Bußgelder drohen. Abhilfe bietet erst einmal das Plugin Do not Track. Eine dauerhafte Lösung ist das aber nicht, mit jeder neuen Pluginversion könnte der Schutz hin sein.

Außerdem wichtig für deutsche Blogger_innen, aber kaum bekannt: Bei der Kommentarabofunktion ist ein doppeltes Opt-In erforderlich. Eintragen und einmaliges Bestätigen reicht nicht, es bedarf einer Bestätigungsmail mit Link. Erst nach dem 2. Klick darf das Abo losgehen. Dies ermöglicht etwa das Plugin Gurken Subscribe to Comments, das auch eine komplett deutschsprachige Benutzer_inoberfläche bietet.