Bloß nicht zuviel Nachdenken!

Ob die Blackface-Debatte um das Stück „Ich bin Rappaport“ oder nun der Shitstorm gegen E wie Einfach: Für die Medienberichte werden irgendwie immer nur die Pressestellen der betroffenen Unternehmen angerufen, ob Süddeutsche, t3n oder die Financial Times. Nachfragen bei den Kritiker_innen? Fehlanzeige. Zitiert werden lediglich Sprüche von Facebook-Pinnwänden oder aus YouTube-Kommentaren.

Was leider auch nicht passiert: Expert_innen zu den jeweiligen Themen befragen, wie Rassismus- oder Sexismusforscher_innen. Einordnungen der Vorfälle in einen breiteren, gar geschichtlichen, Kontext bleiben aus, die immer gleichen Mechanismen bleiben zugedeckt. Dann wird zurückgezogen, manchmal, und eine Erklärung rausgegeben, „man habe es ja nicht so gemeint“. Echte Auseinandersetzung? Fehlanzeige! Dabei wäre genau das viel wichtiger.