Kristina Schröder – nichts erreicht, außer Protest

Am Dienstag abend war ich, Twitterverabredung sei Dank, spontan bei der Buchvorstellung von Kristina Schröders Buch „Danke, emanzipiert sind wir selber“ (und damit potentiell dem BKA gemeldet). Gewappnet mit den gruseligsten Zitaten sah ich schon das Schlimmste voraus.

Tatsächlich raunte es schon nach zwei Minuten BINGO, als Schröder verlauten ließ, „auch ihre beste Freundin sei Feministin.“ Danach folgte eine Weile das, was schon die Süddeutsche beschrieben hat. Schröder schilderte jede Menge Probleme, sieht sich jedoch nicht in der Lage, dagegen etwas zu tun. Rollenbilder machen es jungen Leuten heute immer noch schwer, ihre Lebensentwürfe durchzusetzen? Schlimm, aber was kann da die Familienministerin schon machen? Mini-Jobs sind eine Sackgasse und eigentlich bedarf es eines Rechtsanspruches, aus Teilzeit wieder in Vollzeit zurückkehren zu können? Schröder weiß darum, allein, sie tut nichts.

Dass „Happening“ von Extra3, samt Goldener Schürze und Chorständchen bot dann den ersten Höhepunkt des Abends. Peinlich berührt war Schröder dann auch bei den weiteren Aktionen (Kaviar!) und Nachfragen. So führte Laura Dornheim an, dass es sehr wohl Studien gäbe, die verpflichtende Quoten unterstützten – bei derartigen Fakten wich Schröder dann aus und unterstellte, nur ihre Flexi-Quote würde sich auch an Vorstände richten. Der letzte Gesetzesvorschlag der SPD zum Frauentag ist wohl an ihr vorbeigegangen.

Danach brachte ich das Osnabrücker Krippenproblem an. Hier wird die 35 Prozent-Marke erfüllt werden, der weitere Ausbau wird vom Bund allerdings nicht weiter unterstützt werden. Auch hier konnte man sich bei Schröders Antwort nur an den Kopf fassen. So sagte sie ganz klar, dass es einen Unterschied zwischen Bedarf in Städten und auf dem Land geben würde – und beschwerte sich dann, dass noch nicht alles an Bundesgeldern abgerufen worden sei. Dabei sitzt sie hier am Hebel und könnte etwas ändern, etwa die auf dem Land nicht gebrauchten Gelder für die Städte frei geben.

Wie auch bei anonymen Bewerbungen setzt sie hier auf „die Politik des Nichteingreifens“. Vorgaben aus den positiven Ergebnissen für Frauen und Migrant_innen lässt sie bleiben. Dass ihr Ministerium jetzt bei anonymen Bewerbungen bleibt, muss als Vorbild für alle anderen reichen. Firmen die diskriminieren, wäre das irgendwann peinlich. Auf Peinlichkeit setzen, oder auch Politik 2.0!?

Vermutlich das Beste am Abend waren die zahlreichen Wortmeldungen junger Feministinnen, die sich gegen die Diffamierung „des Feminismus“ durch Schröder wehrten. Ihren Reaktionen nach zu urteilen, hat sie das allerdings nicht gehört. Schade.

Seit heute gibt es nun einen Offenen Brief an Dr. Schröder, der sie aufgrund des vielfältigen Nichtstuns zum Rücktritt auffordert. Die Mädchenmannschaft hat ihn mitunterzeichnet und auf nichtmeineministerin.de ist es auch allen anderen möglich! Mehr auch unter #nichtmeineministerin und facebook.com/nichtmeineministerin. Und: Bloggt darüber, Karnele hat es z.B. auch schon getan!

Ein Gedanke zu “Kristina Schröder – nichts erreicht, außer Protest

  1. Man möchte sie an den Schultern packen und schütteln. Schütteln und fragen, was eigentlich los mit ihr ist. Hat sie irgendwie nicht begriffen, dass sie im Amt sitzt und Macht hat, Dinge zu verändern??

    Würde gerne wissen, was sie für ein Amtsverständnis hat… *kopfschüttel*

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