Medien, Blogs, Sexismus.

Kaum schreibt frau über sexualisierte Übergriffe im deutschen Qualitätsfernsehen, kommen die deutschen Qualitätsmedien und berichten über den Fall. Allerdings verharmlosend als „Busengrapsch“-Vorfall, zitieren vor allem Politiker (also Männer), lassen die ersten Beiträge der Blogger_innen (also Frauen) weg und machen damit genau das, was in den Debatten zu Vergewaltigungskultur, Unsichtbarkeit von Frauen und dem Untergang der Medien immer angeprangert wird. Erstmals dokumentierte das heute auch Karnele.

Alle Medien? Nein, nicht alle. Die Süddeutsche und jetzt.de (gehört auch zur Süddeutschen) haben tatsächlich Blogger_innen und dabei auch mich verlinkt. Der Beitrag von jetzt.de kriegt dabei noch extra Punkte für das Befragen einer Psychologin, die in einer Beratungsstelle für Opfer sexueller Gewalt arbeitet.

Also liebe Medien, so kann’s gehen. Dann noch im nächsten Schritt auch mit den Blogger_innen reden und schon sind wir in beiden Debatten einen Schritt weiter. Mit einem/einer reden tun diese „Feministinnen aus dem Internet“ nämlich auch ganz freiwillig und ohne Shitstorm, wie zuletzt Anke Domscheit-Berg und ich bei Ö1 (Direktlink zur Sendung).

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4 Gedanken zu “Medien, Blogs, Sexismus.

  1. So gut fand ich den Artikel von Süddeutsche nicht. Den Kommentar über die Rechtsschreibung hätten sie sich sparen können und das nicht erwähnen des „Spruchs“ über Zwangsverhalten/Neurosen von Opfern sexueller Gewalt ist schlechtes journalistisches Handwerk.

  2. Vielleicht sind Blogs halt einfach nicht wirklich relevant? Schon mal auf die Idee gekommen? Jeder kann sich in 5 Minuten ein Blog bei wordpress.com klicken und sich dann „Blogger“ nenen, warum sollte das eine große Zeitung interessieren?

  3. Hallo Haiwen,

    über die verharmlosenden und naiven Artikel über den Vorfall habe ich mich auch aufgeregt. Jesses, gibt es nicht genug Gender Studies Studis, dass die sich in den Redaktionen auch eine/n leisten können? Und das Ausblenden der Blogger/innen, die als Erste die Welle lostraten und wesentlich reflektiertere Artikel schrieben als die meisten großen Medienportale ist ebenfalls einfach nur armselig. Schön, dass es mit Süddeutsche und Jetzt wenigstens zwei Ausnahmen gab.

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