Alltagsrassismus.

Derzeit geht es in Frankfurt hoch her. Ein Deutscher wirft der Polizei vor, ihn bei einer Ausweiskontrolle verprügelt und bewußtlos geschlagen zu haben. Wegen Vorurteilen gegenüber seiner Hautfarbe. Die Polizei bestreitet dies, u.a. mit der Feststellung „Rassismus findet bei der Bundespolizei nicht statt“. (Ich bin jetzt Millionärin. Ich sag‘ Bescheid, wenn’s funktioniert.)

Ganz viele Flaschen BIER

Auch bei regelmäßigem Verzehr hilft dieses urdeutsche Kulturgut nicht gegen Rassismus. (CC BY-NC-SA Helga Hansen)

Die Frankfurter Rundschau berichtet darüber zum Glück sehr viel und sehr ausführlich, s.a. dieses Dossier. In einem Interview von heute findet sich dennoch ein Punkt, der den alltäglichen Rassismus demonstriert. So wird im Interview die Frage gestellt:

Spielt der Umgang mit Menschen aus anderen Kulturkreisen eine ausreichende Rolle in der Ausbildung?

Das ist eine wichtige Frage, hat aber nicht unbedingt mit Rassismus zu tun. Viele Menschen aus anderen Kulturkreisen machen in Deutschland keine rassistischen Erfahrungen, da sie als weiß angesehen werden. Viele Deutsche hingegen, also aus „unserem Kulturkreis“, begegnen Rassismus, weil sie eben nicht als weiß angesehen werden. Ob eine_r Weißwurst und Sauerkraut isst, wissen die Polizist_innen bei einer Kontrolle nämlich auch nicht. Weder ein deutscher Pass, noch deutsche Adoptiveltern oder gar ein „deutscher Name“ verhindert rassistische Vorfälle.

Ich hoffe, dass die Rundschau die Frage gestellt hat, weil interkulturelle Kompetenz durchaus wichtig ist – nicht, weil man glaubt, diese helfe gegen Rassismus. Denn bereits die Annahme, eine nicht-weiße Haut sei gleichbedeutend mit einem anderen Kulturkreis, ist ein Problem. So wird „Rasse“ erst konstruiert.

2 Gedanken zu “Alltagsrassismus.

  1. Kann deiner Meinung nach von einer Mehrfachdiskriminierung gesprochen werden? Also einmal aufgrund des „Nicht-Deutschseins“ und dann aufgrund des „Nicht-Weißseins“?
    Alleine das „Nicht-Deutschsein“ macht hier leider schon viel aus, was Wohnraum, Arbeit, soziale Kontakte usw. angeht. Kommt das „Nicht-Weißsein“ hinzu wird es meist noch schlimmer…

    • Klar gibt es auch Mehrfachdiskriminierung. In diesem Fall sind Wohnraum, Arbeit etc aber all das war für die Polizist_innen und Kontrolleur_innen erstmal nicht erkennbar. Aber die Haut.

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