Warum die Welt Feminismus braucht. Weihnachtsausgabe.

Was könnte wohl der geeignete Zeitpunkt sein um homosexuellen Menschen, transsexuellen Menschen und kinderlosen Menschen so richtig den Stinkefinger zu zeigen – wie auch all denen, die nicht wie in einer US-Serie der 50er leben wollen? Genau. Weihnachten. In seiner Weihnachtsansprache erklärt der Papst die mit der Industrialisierung populär gewordene Kernfamilie aus „Vater, Mutter, Kind“ zum „natürlichen“ Goldstandard. Wer nicht nach den „natürlich“ vorgebenen Rollen leben will, wird zur „Attentäter_in“. Besinnlich.

I pledge to stay outraged – Flyer von Blank Noise

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In Indien gehen derweil die Proteste nach einer Massenvergewaltigung weiter. Dass die Polizei den Vorfall nicht ernst nehme und die Ermittlungen sogar verschleppe, kommt nicht gut an. Die Aktivist_innen von @BLANK_NOISE arbeiten derzeit unermüdlich daran, die gesellschaftlichen Debatten anzustoßen und das Recht von Frauen, sich im öffentlichen Raum zu bewegen, einzufordern.

Um Vergewaltigungen zu verhindern, sollen in Swasiland künftig Frauen in zu knapper Kleidung, z.B. Miniröcken, verhaftet werden. Blame the victim even before she becomes a victim, endlich können Opfer schuld sein, bevor sie schuld sind! Ein ganz neues Level im Wettkampf um die Krone der Vergewaltigungskultur. Es ist die Antwort der Polizei auf eine Demonstration junger Frauen, die für Gleichberechtigung kämpfen. Grundlage ist übrigens ein Kolonialgesetz von 1889, das für 300 weiße Siedler geschaffen wurde.

Gemischte Nachrichten gibt es auch vom anderen Ende der Welt: In Südkorea ist die erste Präsidentin gewählt worden. Park Geun-hye scheint aber bis zu dieser Wahl nicht als Frauenrechtlerin aufgefallen zu sein. Immerhin reichte der Slogan „Frauenrevolution“ für einen sexistischen Backlash aus.

In 2013 werden Homophobie, Transphobie und Sexismus aller Voraussicht nach nicht magisch verschwinden. Umso wichtiger ist es, Frauenrechtler_innen auch weiterhin zu unterstützen, die Vorfälle und Ungerechtigkeiten nicht zu vergessen und alle verfügbaren Finger in die Wunden zu legen.

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