Wenn man nicht mehr weiter weiß, einfach zuschlagen (TW)

Der Bonner Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) hat ein Problem damit, dass manche Menschen von Studierenden statt Studenten sprechen. „Leben und leben lassen“ böte sich da natürlich an. Aber nicht im Wahlkampf zum Studierendenparlament und den Uni-Gremien (ab dem 14. Januar wird gewählt). Da wird das Kampfthema „Gendern“ rausgeholt und auch gleich passend illustriert.

Comic-Panel, in dem Batman Robin ins Gesicht schlägt, dazu Wahlwerbung für den RCDS

„Statt über Grammtik und gendergerechte Sprache reden wir über Inhalte.“ heißt es da. Von denen ist allerdings nicht viel zu sehen. Stattdessen schlägt Batman Robin ins Gesicht und bellt ihn an: „STUDENTEN!“ Gesprochen wird also weiter über (nicht-)geschlechtergerechte Sprache, von Inhalten ist nichts zu sehen, dafür körperliche Gewalt. Aber wer will da schon kleinlich sein?

So will der RCDS gegen „den Gender-Wahnsinn“ vorgehen und verwendet, ganz hipster-flockig, ein beliebtes Meme. Vielleicht hätte man da noch einmal recherchieren sollen. Das ursprüngliche Bild entstammt einer “Imaginary Novel”, in der Batman eine Zwangsstörung entwickelt. In dieser alternativen Realität hält er Superman für den Mörder seiner Eltern. Er schlägt Robin, als dieser versucht mit ihm zu reden, und löscht anschließend sein Gedächtnis aus.

Beschämender sind da nur noch die Facebook-Kommentare: „Ich hoffe auf ähnlich handfesten Einsatz während der Wahlwoche ;)“, „SEHR STARK! GLÜCKWUNSCH!“ oder „da muss ich auch als LHG-Mann den Hut vor ziehen ;)“ Endlich macht mal einer wieder Witze, dass man auf politische Korrektheit mit Gewalt antworten muss, hihi, zwinker zwinker – denn wir wissen ja, dass ihr wisst, dass wir das eigentlich besser wissen. Aber warum besser machen, wenn es auch daneben geht?

Beschweren kann mensch sich bei info@rcds-bonn.de und auf der Facebook-Seite des RCDS – der dortige Kommentar der Fraktionsvorsitzenden ist leider das übliche wir haben auch eine Vertreterin im Gleichstellungsbeirat, wir können gar nicht sexistisch sein!!einself! und „Dieses Plakat ist ein Aufruf dazu, sich auf die hochschulpezifischen Themen zu konzentrieren, die absolute Priorität haben.“ Priorität für den nächsten Wahlkampf: Gleich die Themen aufs Plakat drucken.

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