Witz des Tages: Kristina Schröder will echte Wahlfreiheit

Kristina Schröder tut heute noch mal alles, um als Lachnummer in die Geschichte einzugehen. Nachdem sie in den letzten vier Jahren als Mitglied der Regierung jede Möglichkeit gehabt hätte, Politik zu machen, kritisiert sie jetzt gegenüber dem Spiegel, eine Politik die jungen Eltern vorgebe „beruflich konstant Vollgas geben zu müssen, und eine durchgehende Vollzeit-Erwerbstätigkeit als Norm vorgibt“.

Vermutlich redet sie sich damit nachträglich noch das von ihr ungeliebt mitgetragene Betreuungsgeld schön, aber irgendwann muss die kognitive Dissonanz doch mal zu groß werden. Auch sie hat nichts zu einer Abkehr von der Vollzeit-Erwerbstätigkeitsnorm beigetragen, die von ihr entwickelte Pflegezeit scheiterte im Praxistest. Sie hat nie eine Idee vorgelegt, wie das Geld zum täglichen Leben, Kinderbetreuung, Angehörigenpflege und Versorgung im Alter so geregelt werden können, dass alle Menschen echte Wahlfreiheit haben.

Stattdessen hat sie – als Frauenministerin – fabelhaft ausgeblendet, dass sowohl im Hausfrau-Alleinverdiener-Modell, als auch Zuverdienerin-Hauptverdiener-Modell die Rollen bei heterosexuellen Paaren fest stehen. Und Frauen kaum eigenständige Absicherung erwerben können. Aufgrund der gesellschaftlichen Strukturen aber nur in Ausnahmefällen eine andere Entscheidung treffen können.

Dass sie das Ausmaß des Problems wirklich nicht erkennt, wird spätestens dann deutlich, wenn Kristina „Männerförderung“ Schröder nun wieder nur den Frauen rät, bei ihren Kindern zu Haus zu bleiben. Absurd wird die Begründung mit Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit, wenn sie sich explizit auf die Zeit nach dem ersten Geburtstag eines Kindes bezieht. Aber vermutlich ist das Bedürfnis, schöne Momente mit dem eigenen Kind zu erleben auch ausschließlich und „nicht veränderbar“ in den „Präferenzen von Frauen“ verankert.