Keine Überraschung bei Snowden und den Interviewrechten

Vermutlich die spannendste Frage gestern abend rund um das Snowden-Interview: Warum kommt es so spät und warum nur auf Deutsch?

Die Antwort des NDR lieferte viel Grund zum Facepalmen. „Einordnung“ durch Günter Jauch und „keine Auslandsrechte“. Die Recherche zu letzterem liefert einen Einblick in das Produktionsfirmengewirr, das um die Öffentlich-Rechtlichen entstanden ist. Angesichts steigender Gebühreneinnahmen auf der einen Seite und Sparmaßnahmen beim eigenen Personal auf der anderen Seite, ist hier ein genauer Blick wünschenswert.

Dass der NDR dann nur die Rechte an der deutschlandweiten Ausstrahlung erworben hat und das Interview auch nur auf Deutsch zeigt, überrascht niemanden, der/die sich einmal mit den Nicht-Verwenden von Originaltonspuren und Untertiteln beschäftigt hat. So heißt es aber auf dem Blog von @Nineberry, der als einer der ersten den Firmen hinterher recherchierte:

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat immerhin einen Informations- und Bildungsauftrag. Und dieser darf nicht kleinlich auf die Einwohner Deutschlands begrenzt bleiben.

Statt „darf“ ist „sollte“ hier das richtige Wort. Aber auch 2014 bleibt die Einteilung von Inlands- und Auslandsrundfunksendern in Deutschland strikt bestehen. Und für das Ausland ist nun mal die Deutsche Welle zuständig. Dass diese Einteilung in Zeiten eines Europa mit (hoffentlich noch länger) offenen Grenzen und dem allseits zugänglichem Internet nicht mehr zeitgemäß ist, sollte in der Politik ankommen.

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