Links! Einstellungsprozesse, Crowd-Work und Biotech

Auf einem Grasboden ist ein Schild mit durchgestrichenen Füßen.

Nichts für nackte Füße


Die US-amerikanische Autorin Ursula K. Le Guin hat bei den National Book Awards eine Medaille für ihr Lebenswerk bekommen. In ihrer Rede erinnerte die Sciene-Fiction-Autorin an die früher unumstößlich scheinenden Könige – im Hinblick auf den Kapitalismus heute.

Twitter hat ein Yale-Paper von 2005 ausgegraben, dass sich der Doppelstandards bei Einstellungsprozessen annahm. Danach werden bei männlichen Kandidaten unterschiedliche Qualifikationen jeweils so bewertet, dass sie zu einem Job passen – bei Kandidatinnen passiert dies nicht. Diese Doppelstandards lassen sich verringern, wenn Entscheidungsträger_innen sich zu klare Einstellungskriterien bekennen. Auch interessant: Wer sich als besonders objektiv sah, entschied sich tatsächlich besonders stereotyp.

Die November-Ausgabe von Model View Culture befasst sich mit ebenfalls mit Hiring; also Einstellungsprozessen. So sind in den USA Schwarze und Latin@ Informatiker_innen im Studium bereits unterrepräsentiert, danach sinkt ihr Anteil beim Berufseinstieg aber noch einmal. Dass es in Deutschland für nicht-weiße Frauen ähnlich läuft, unterstreicht leider anekdotische Evidenz aus meinem Berufsalltag.

Shawn Wen hat für The New Inquiry die Welt der Online-Mikro-Arbeit, meist Crowdworking oder Mechanical Turks genannt. Letzteres nach der ersten Plattform (von Amazon) für „selbstständige“ Internetarbeiter_innen, die vom Korrekturlesen für Google Books bis Recherchieren für Datenbanken alles übernehmen. Allerdings schlecht bezahlt und ohne die Absicherungen, die ansonsten für Arbeitnehmer_innen gelten. Ihre Arbeit bleibt auf allen Eben unsichtbar oder wird explizit unsichtbar gemacht. Betroffen sind, unüberraschenderweise, besonders vor allem Schwarze und Latin@s und die meisten von ihnen sind weiblich. Auf Deutsch hat bereits vor einer Weile der Zündfunk berichtet.

Hierzulande jährt sich dann auch gerade die Etablierung von Hartz IV und Antje Schrupp hat zur Bedeutungsverschiebung des Solidarstaats und der damit einhergehenden Entsolidarisierung geschrieben.

Zwei Männer haben die Biotech-Firma einer jungen Frau anscheinend komplett falsch dargestellt und sie, neben dem Imageverlust, auch Investionen gekostet – weil sie bei einer Präsentation zuviel Zeit hatten. Die bisherigen Joghurt-Tamponkuren für Vaginas will Audrey Hutchinson mit ihrer Firma Sweet Peach durch individuelle Analysen ablösen. Leider denkt jetzt alle Welt, es ginge um pfirsich-duftende Intimbereiche.

Nach Scandal kommt jetzt State of Affairs und Alfre Woodard spielt die US-amerikanische Präsidentin!

Über die Darstellung selbstbestimmter weiblicher Sexualität in Literatur und Filmen schrieb Suzie Gibson. Denn diese geht oft einher mit der Darstellung psychischer Erkrankungen.

Das Berliner CTM Festival für adventurous music and art sucht Künstler_innen, Wissenschaftler_innen und Experimentierfreudige. Besonderes Augenmerk liegt auf Projekten, die bio-physikalische Daten unter dem Motto der Turingmaschine verarbeiten. Der Einsendeschluss ist der 12. Dezember, das Festival selbst ist dann vom 26. Januar bis 1. Februar 2015.