Das NEIN weiterdenken.

Hannah Rosenblatt hat über das Nein-Sagen und Nicht-tun geschrieben. Eine treffende Beobachtung stach mir ins Auge:

Mein so starkes Nein, wird vom Kapitalismus zum “Bitte überzeug mich” gemacht.
Erst hieß es, das Ziel des Kapitalismus sei es, eine Struktur zu erschaffen, die jedes Bedürfnis und Wünschen erfüllt. Heute geht es darum Bedürfnisse einzureden und Wünsche zu wecken, damit die Struktur wachsen kann.

Dass ein Nein kein Nein ist, nicht ausreicht oder anerkannt wird, ist jeden Tag zu sehen. Mal wieder bin ich auf Twitter von jemanden weiter angeschrieben worden, der mein Nein nicht anerkennen wollte. Auch lange geblockte Maskus provozieren, um in meinen @-replies aufzutauchen und wenn es über Dritte ist. Kein Nein von mir ist nein genug. Zwei Freundinnen schützen ihre Twitter-Account, als letztem Nein gegen diejenigen, die in einer Frau mit (anti-rassistischer, feministischer) Meinung ein konsumier- und debattierbares Objekt sehen.

Und dann all diese Artikel, in denen Heteromänner Händchen halten müssen, um von der Existenz von Homophobie überzeugt zu werden. Nicht-muslimische Frauen ein Koptuch tragen müssen, um von der Existenz anti-islamischer Hetze überzeugt zu werden.

Apropos: Alleine im Januar habe ich sieben neue Artikel und Berichte über Diskriminierung, Vorurteile und Doppelstandards gefunden. Ein Nein, auch wenn es nicht als solches verstanden wird.