Warum Anti-AfD-Kampagnen nichts nützen

Es ist soweit, die erste „Anti-AfD-Kampagne“ ist da und die nächsten Tage wird man sich auf Social Media sicher nicht davor retten können. Die AfD ist für Atomkraft und gegen den Mindestlohn und gegen Frauengleichstellung! Schockierende Nachrichten! Ob’s hilft? Nein, denn die Alternative fehlt.

Falls diese „Feindpropaganda“ die Anhänger_innen der AfD jemals erreicht, wird sehr fix die kognitive Dissonanz zuschlagen. Erstmal die Krisen um Euro und geflüchtete Menschen in den Griff kriegen, das ist wichtiger. Vielleicht meint die AfD das auch alles nicht so. Wenn die AfD nicht antritt, wählt man jetzt eh wieder die rechtsextremen Parteien.

Auf der anderen Seite stehe ich und frage mich, wen ich stattdessen wählen soll. CDU und SPD versuchen doch seit Monaten, so weit nach rechts zu rutschen, wie rhetorisch möglich um den rechten Rand noch irgendwie einzufangen. Soll ich das jetzt unterstützen? Schlimmer noch, jede größere Partei hat an diesem Rechtsruck ihren Anteil.

Also bitte, spart Euch die Anti-AfD-Kampagnen, wenn ihr keine wählbaren Alternativen präsentieren könnt. Setzt Euch lieber bei den anderen Parteien für gute Politik ein. Zeigt, dass AfD und Co kein Grund für einen Rechtsrutsch über die Parteigrenzen hinweg ist. Fordert menschenwürdige Politik, die ich und all die anderen, die wirklich nicht die AfD wählen wollen, gerne unterstützen.