2/2/2019

Tagebuchbloggen. Ich jetzt auch? Im Januar habe ich mich jeden Tag auf die Yogamatte gestellt. Es lief Yoga with Adriene, bekannt aus diesem Internet. Ein paar Videos habe ich noch über von den Tagen, an denen mein regulärer Kurs lief. Und nicht jeden Tag: Einen Tag ging es mir zu schlecht, mein Körper hatte sich in Krämpfen verloren. Jetzt trotzdem Tagebuchbloggen. Irgendwann muss eins ja anfangen.

Vielleicht mit der Yoga-Challenge. Zeit-Redakteure mögen sie überflüssig finden – ich habe mittlerweile das dritte Jahr in Folge mitgemacht. Inzwischen sehr erfolgreich, aber das ist eine Geschichte für einen anderen Tag. Vor drei Jahren musste ich mich auf die Matte quälen. Mein Körper brauchte jede Bewegung, aber mein Kopf war wie ein Eichhörnchen. Oh, ein Fussel auf der Matte, die Pflanze hat kein Wasser und warum liegt hier noch ein Pulli rum? Wer lange genug um den eigenen Körper kämpft, kämpft irgendwann auch mit dem eigenen Kopf.

Wie habe ich das eigentlich überlebt? Jahrelang jeden Tag verkrampft aufzuwachen, völlig erschöpft von der Nacht, und erstmal damit beschäftigt, wieder Kräfte zu sammeln? Bin jeden Tag zur Arbeit gegangen, merkte, wie mein Kopf fahriger wurde und abends höchstens Law and Order statt The Wire mitmachen konnte. Abends bin ich dann ins Bett gefallen, mit bleierner Schwere in den Beinen. Hauptsache der Tag war vorbei. Vielleicht würde es morgen besser werden. Meistens nicht. Heute schon. Jeden Tag ein bißchen. Vielleicht erzähle ich morgen mehr.

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