11.2.2019 – Aufklärung aus dem Gesundheitsministerium

Gerade eine Mail geschickt, ans Bundesministerium für Gesundheit. Seit über 10 Jahren schaut dieses Ministerium mehr oder weniger zu, wie immer mehr Kreißsäle die Türen schließen. Wie die ambulante Versorgung der Schwangeren und frischgebackenen Eltern durch Hebammen zusammenbricht – bis sie demnächst mit ihren Winzlingen ohne ausgebildetes Immunsystem in den Praxen zwischen den Kindergartenkindern mit ihren grippalen Infekten und Rotznasen sitzen müssen. Ach ne, seit zwei Jahren ist „Kinderarztmangel trotz ‚Überversorgung‘“ eine wiederkehrende Schlagzeile und befreundete Eltern lassen sich nach Hebamme und Krippe auf weitere Wartelisten setzen. Mit Kind_ern hat eins garantiert Besseres zu tun, aber so isses halt.

Es gäbe also wahrlich genug zu tun. Stattdessen gibt es fünf Millionen Euro für die Erforschung eines Syndroms, für das es nach vorhandenen wissenschaftlichen Studien keinen Beleg gibt (#junkscience). Darüber informiert zum Glück noch eine Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die eine Behörde des Gesundheitsministeriums ist. Sinnvolle Maßnahmen gegen beobachtete Probleme wären laut Forschung übrigens die Entstigmatisierung von Abtreibungen und bessere soziale und medizinische Unterstützung der Betroffenen. Vorschläge zur Umsetzung aus dem Ministerium: Erstmal keine. Also habe ich es einigen Freundinnen gleich getan. Nur weil die deutsche Gesundheitspolitik seit Jahren unterirdisch ist, muss sie das ja nicht bleiben.

Weitere Fragen, die es dabei zu klären gilt:

Wer bekommt das Geld, um diese Studie durchzuführen? Nach welchen Kriterien wird die Studie durchgeführt? Nach welchen Kriterien werden die ausgesucht, die sie durchführen, wie unabhängig sind sie? Sitzt gerade jemand mit dem Po auf der Kante eines_ihres Bürostuhls und wartet auf die Details, um als erste_r einen Drittmittelantrag zu schreiben?

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