Vorgestellt im Setup

Ende Juni rief admartinator.de die Nerdinnen der Blogosphäre auf, sich einmal vozustellen. In der Serie Setup stellen Blogger_innen und Technikfans ihre Ausrüstung vor. Neben der tatsächlich vorhandenen Hard- und Software geht es auch ums Traumsetup – ich hoffe ja immer noch, eines Tages mal ein Cinema Display geliefert zu bekommen…

Mehr Gedanken zu One Step Too Far

Weil’s so schön ist, hier noch mal das von Patrick verlinkte Video:

Es geht um die neue Kampagne in Wales One Step Too Far, die sich gegen die alltäglichen Belästigungen wehrt, denen sich Frauen ausgesetzt sehen. Denn von Pfiffen über Sprüche zu körperlichen Übergriffen und Vergewaltigungen ist es manchmal nicht weit. Und hinter allem steht das Verlangen, Macht auszuüben. Wir alle können sehr genau unterscheiden, was ein respektvolles Kompliment und was ein dummer Spruch ist. Wir können einschätzen, ob eine Person an Sex interessiert ist oder nicht. Trotzdem kommen immer wieder Entschuldigungen und Erkärungsversuche, wird ein vermeintlich grauer Raum aufgebaut.

Weg damit. Den grauen Raum brauchen wir nicht, denn er ermöglicht es einzig und allein, respektlosen Umgang zu legitimieren und öffnet Missbrauch Tür und Tor. Die Anst, selbst einmal doch in eine uneindeutige Situation zu kommen, ist verständlich. Aber selbstständig denkende Menschen sind in der Lage, das zu bemerken und entsprechend zu handeln, bzw. nicht zu handeln. Wenn man doch einmal schneller einen Spruch raushaut oder jemanden anfasst, als nachzudenken, muss man dann die Verantwortung übernehmen. Ist unangenehm und unbequem, gehört aber zum Leben dazu.

Osnabrücker Künstlerinnen

Noch mal zwei weitere Ausstellungen in Osnabrück (wehe da sagt noch mal jemand, hier sei nichts los). Diesmal geht es um lokale Malerinnen die, wie viele Künstlerinnen, leider nur wenigen bekannt sind:

Für osradio 104,8 hat sich Sebastian Segebade mit dem Leben von Hella Hirschfelder-Stüve und der vergessenen Generation beschäftigt. Die Ausstellung ist noch bis zum 20. Juni jeweils dienstags bis freitags im Kulturgeschichtlichen Museum zu sehen, außerdem gibt es sonntags um 15 Uhr und donnerstags um 17 Uhr Führungen.

Ich habe mit der Tochter von Edith Johannes gesprochen. Ihre Bilder waren zu Lebzeiten sogar in Frankreich und Dänemark zu sehen, nun sind ausgewählte Exemplare täglich im Café Mojo zu bewundern.

Hebammen, Blogs und Emanzipation

Hier war nicht so viel los, dafür gibt es Lese- und Hörstoff auf anderen Seiten:

Für osradio 104,8 habe ich über die Haftpflichterhöhung der Hebammen einen Beitrag gemacht. Der Button in der Sidebar darf gern von anderen Blogs, Foren etc. übernommen werden, um auf die Petition zu verlinken.

In der news der TU Berlin ist ein Text über die neue alte Bloggerinnendebatte (dort gibt es einen Downloadlink fürs Heft). (Un)Erstaunlicherweise kam die im November letzten Jahres bzw. mit der re:publica nicht das erste Mal auf.

Last but not least: Auf on3-südwild erschien gestern ein Kommentar zum Stand der Emanzipation. (Lustigerweise erscheint bei „Mehr zum Thema” ein Link zum Zündfunk-Beitrag über weibliche Computerstpielfiguren, für den ich auch interviewt wurde.)

Welch Woche!

Mehr kann man kaum zur letzten Woche sagen. Soviele Menschen, soviele Ideen, Gespräche, Kontakte – von wildfremden Menschen angesprochen werden, die einen haben reden hören und mehr wissen wollen. Statt mit wildfremden Leuten mit dem Tee neben dem Rechner zu chatten, mit neuen Freunden in der Kneipe über einem Bierchen reden. Nachts durch Neukölln laufen und immer noch die Qual der Wahl zwischen Döner, Pizza und Falafel haben.
Feststellen, dass man gerade neben Jens Berger steht, an Jörg Tauss vorbeigelaufen ist und noch auf Anne Roth wartet. Am Ende natürlich die Treppe zum Gleis hochsprinten und dort feststellen, dass der Zug ewig Verspätung hat.

Und zuhaus dann wieder ein Berg an Emails, der, kaum dass alle beantwortet sind, wieder von neuem mit den Antworten anschwillt.

Mehr zum Inhaltlichen steht bei der Mädchenmannschaft.

Auch gute Nachrichten machen schlechte Laune

Bei der Mädchenmannschaft erschien soeben ein Beitrag zur rechtlichen Gleichstellung von Lebenspartnerschaften in Hessen: Unter Beamt_innen sind diese nun Ehen gleichgestellt. An sich eine gute Nachricht, doch sobald man zwei Minuten darüber nachdenkt, ist die Geschichte ein klassischer Fall, mit dem Politikverdrossenheit befeuert wird.

Seit 2001 sind gleichgeschlechtliche Partnerschaften in Hessen möglich, aber es braucht bis 2007 bis sich überhaupt jemand um die Gleichstellung kümmert. Dann dauert es noch einmal drei Jahre und mehrere Gesetzesentwürfe, bis man sich einigt – dann aber einstimmig. Die parteipolitischen Überlegungen dahinter sind den Wähler_innen wieder schwer zu vermitteln, aber ich kann es niemandem verübeln, wer solch ein Hickhack einfach daneben findet. Dass es dann nur fünf Minuten dauert, um das Gesetz auf sich selbst und seine Partner_innen auszuweiten, verstärkt den negativen Eindruck leider mehr, als die Freude über die Inklusivität geht.

Und während, polemisch ausgedrückt, den Banken Geld hinterhergeschmissen wird, sollen die einmalig 500.000 Euro für das rückwärtige Inkrafttreten des Gesetzes zuviel Geld sein? Dass es keinen Rechtsanspruch darauf gibt, wirkt da nur wie eine billige Ausrede, im wahrsten Sinne des Wortes.

Liebe Politiker_innen: Einerseits könnten gerade die 5 Euro heute, in 30 Jahren den Unterschied für eine Witwe oder einen Witwer machen. Andererseits geht es um Anerkennung und Würde und solch einem Theater fehlt beides. Bei aller Freude über das Ergebnis – das hätte man sicher auch schneller, effizienter und würdevoller über die Bühne bringen können!