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Ein schwarzes Mädchen in lila Trainingshosen dreht sich auf dem Kopf.

Screenshot von Jungle – Platoon feat. B-Girl Terra

Liebe Leserinnen. Es ist wieder Zeit für eine #InWoche (die mit dem generischen Femininum).

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Comics auf dem Smartphone

Im Mai kam Comic Chameleon raus und – wie das so ist, wenn mensch eine App runterlädt – danach habe ich mir noch Comixology und Dark Horse Comics besorgt. Und vermutlich schon zuviel Geld in den Apps ausgegeben.

Comic Chameleon

Bisher nur für das iPhone gibt es Comic Chameleon, das eine Reihe der beliebtesten englisch-sprachigen Webcomics vereint, etwa Questionable Content, Girls with Slingshots und xkcd. Die App ist sehr übersichtlich gestaltet. Es gibt die alphabetisch sortierten Comics, inklusive der gesamten Archive, News und den Store mit Merchandise der Comics. Bei einigen Comics sind die einzelnen Panele mit einem „Klick“ ranzoombar; die Tooltips, die sonst beim mit dem Mauszeiger angezeigt werden, erscheinen beim Tippen auf die Mitte. Das Ganze ist derzeit ein Freizeitprojekt und daher noch sehr übersichtlich. Schön wären z.B. Push Notifications bei neuen Comics oder die Möglichkeit, die eigenen Lieblingscomics zu gruppieren. Außerdem ist die App werbefinanziert, mit dem nächsten Upgrade soll aber auch eine Bezahlversion erscheinen.

Comixology

Quasi der Platzhirsch unter den Comic-Apps ist Comixology. iPhone, iPad, Android, Kindle Fire und Windows 8 – und wer nur einen Browser hat, kann da die Comics lesen. Mit einem Account lassen sich einmal gekaufte Comics auf allen Geräten anschauen, löschen und später wieder herunter laden. Bei Smartphones mit begrenztem Speicher lohnt sich das regelmäßige Checken und Aufräumen… “Same day as print” lockt ebenso wie gratis Ausgaben. Die üblichen Verdächtigen von Marvel und DC sind erhältlich, aber auch kleinere Serien (hallo Bandette) und cheesy Mangas (The Billionaire’s Virgin Mistress). Wer eine Ausgabe nur halb durch hat, kann beim nächsten Mal direkt weiterlesen. Bei neuen Ausgaben klingelt eine Push Notification.
Neben der „Haupt“-App gibt es eine Reihe an speziellen iPhones-Apps, etwa für Star Trek oder Doctor Who. Prinzipiell unnötig, aber die Käufe lassen sich synchronisieren. Leider gibt es in der Haupt-App keinen direkten Weg von den eigenen Comics zurück zur gleichen Serie im Store. Sich neu durchzuklicken ist manchmal langwierig, von daher sind spezifische Apps vielleicht doch nicht die schlechteste Idee. Wen es nicht stört, ab und an das Telefon zu drehen, wird sich wie ich am “Guided View” erfreuen, der erst die ganze Seite zeigt und anschließend den passenden Bildausschnitt wählt.

Dark Horse

Erst furchtbar buggy, läuft die App von Dark Horse Comics inzwischen relativ stabil, wenn auch nicht immer schnell. Hier gibt es Buffy, Star Wars und bald die Fortsetzung von Firefly. Whoop! Ebenfalls für Apple-Geräte, Androiden und im Browser. Leider sind Bundles nicht erhältlich in der iPhone-App – laut eigener Aussage aufgrund der Apple-Vorgaben, bei Comixology gibt es inzwischen allerdings Collected Editions, die mehrere Comics vereinen. Das Äquivalent von “Guided View” springt leider nur von Panel zu Panel, ohne die Gesamtseite(n) zu zeigen. Auch bei der Übersichtlichkeit gibt es noch einiges zu tun, eine alphabetische Liste der Comicserien gibt es gleich zwei Mal an verschiedenen Stellen und die Genre-Auflistung ist… eigenwillig (es gibt z.B. “Art Book” und “Art Books”).

Am übersichtlichsten ist derzeit Comixology, wo ich auch am meisten Zeit verbracht (und Geld in Hefte gesteckt) habe. Ein kurzer Test mit Voice Over zeigt leider, dass alle Apps bei der Barrierefreiheit furchtbar durchfallen. Auch wer nicht Englisch spricht, hat derzeit wenig Möglichkeiten. In der iBooks-App von Apple gibt es auch schon einige Comics, aber deutlich teurer als in den anderen.

Update 17.10.2013: Heute twitterte @ti_leo mir noch den Verweis auf neue Leser_innenzahlen in die Timeline. Danach sind studierte weibliche Tumblr-Fans aus den Vororten, zwischen 17 und 26 Jahre alt und ohne Print-Comic-Erfahrung, die Zielgruppe mit dem größten Wachstum. Seit dem Start von Comixology und der Möglichkeit, online Comics zu kaufen und zu lesen, ist der Frauenanteil unter Comic-Käufer_innen von 5 auf 20 Prozent gestiegen.

In den Mary-Sue-Kommentaren spielt „hier ist kein Comicladen in der Nähe“ ein großes Argument. Die Möglichkeit, abseits von Geschlechterstereotypen Comics kaufen zu können, dürfte aber ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.

Update 1.6.2014: Im April hat Amazon Comixology gekauft und kurz darauf die In-App-Käufe-Funktion für iOS-Apps gestrichen. Comics werden nun ausschließlich über die Webseite mit Paypal oder Kreditkarte gekauft und können anschließend in der App heruntergeladen werden.

Vom Herzen gebloggt

Heute ein Post gemäß des Blog-Mottos „Drop the thought“. Meine drei Fundstücke des Tages:

Questionable Content – Too hot to handle
Sven, als Kunde, im Coffee of Doom, Dora hinter der Theke. Dora: What, you're gonna be a man-slut for the rest of your life, then? Sven: No, I mean, I'm 28 years old and I've never had an actual relationship. I have NO IDEA how to have one. Even if I MET a girl willing to give me a chance I'ld probably just screw it up.

Kira Cochrane – der Freitag – Porn aus Zorn

„Eine große Rolle spielt dabei, dass viele linksliberale Männer selbst zu Pornos greifen und keine Lust auf Selbstkritik verspüren. Und was heterosexuelle Frauen angeht: Will man wirklich wissen, was der Freund oder Mann sich da ansieht? Wenn Ihr Ehemann zu Bildern masturbiert, auf denen Frauen erniedrigt werden, können Sie ihm da wirklich glauben, wenn er sagt: ‚Oh, über dich denke ich da aber ganz anders?‘ Das wäre schon sehr naiv.“

Nina Windisch – Twitter
Tweet von Nina Windisch: Ich würde gerne mit Dir abschließen, aber ich finde den Schlüssel nicht.

Der Bechdel-Wallace-Test

Wie bereits erwähnt, gibt es einen „Bechdel-Test” für Filme. 1985 „erfand” ihn Alison Bechdel, Zeichnerin des Comics Dykes to Watch Out For. In dem Comic erklärte ein Charakter, sie schaue nur Filme, die die folgenden drei Kriterien erfüllen:

  1. Mindestens zwei Frauen kommen in dem Film vor
  2. Sie reden auch miteinander
  3. über ein anderes Thema als einen Mann

Auch wenn es relativ einfach klingt – nur die wenigsten Filme bestehen den Test. Anita Sarkeesian von Feminist Frequency demonstriert das sehr anschaulich und verlinkt noch ein paar interessante Texte und Webseiten.

Aufgrund einiger Nachfragen hier noch eine Ergänzung: Der Bechdel-Test testet nicht die Qualität eines Films, sondern ist ein Indikator für die Präsenz von Frauen in Filmen und wie sie dargestellt werden. Kommen sie überhaupt vor? Und werden sie als vollständige Charaktere behandelt oder nur über die Beziehung zu Männern definiert?
Laut Jennifer Kesler sind genau diese Überlegungen in Hollywood unerwünscht. So vermuten die meisten Filmemacher, dass ihr Hauptpublikum (männlich, weiß, heterosexuell) abschalte, wenn sich Frauen über etwas anderes unterhalten als einen Mann. Ja liebe Männer, Hollywood hält Euch für derartig unfähig und dumm!

Update [26.8.2015]: Da Bechdel den Test nach einer Idee von Liz Wallace erfand, soll er ab sofort „Bechdel-Wallace-Test“ heißen. Damit wird auch die Idee der Kommunikation unter Frauen noch einmal hervor gehoben.