Landays: Gedichte paschtunischer Frauen

Komm nach Guantánamo,
folge dem Scheppern meiner Ketten.

Nicht mal einen Wikipedia-Eintrag gibt es für „Landays“ – kein Wunder, denn diese Zweizeiler sind Gedichte der Paschtun_innen, die oft nur mündlich wieder gegeben werden. Auch und gerade für Analphabet_innen sind sie daher eine Möglichkeit, sich künstlerisch auszudrücken. Allerdings sorgt all dies nicht unbedingt dafür, dass Landays international oder als Kunstform große Beachtung erfahren.

Wenn Schwestern zusammen sitzen, loben sie immer ihre Brüder.
Wenn Brüder zusammen sitzen, verkaufen sie ihre Schwestern an andere.

Die Landays müssen sich nicht reimen und haben nur wenige formale Kriterien: Sie bestehen aus 22 Silben, neun in der ersten Zeile, 13 in der zweiten und sie enden auf „ma“ oder „na“. Die Hauptthemen sind Krieg, Trennung, Heimat, Trauer oder Liebe.

Bush, sei nicht so stolz auf dein gepanzertes Auto,
meine remoti Bombe wird es aus der Ferne in Stücke zerreißen.

Die Autorin Eliza Griswold ist für das Poetry Magazine nach Afghanistan gegangen und hat dort mit Frauen gesprochen und ihre Landays aufgezeichnet. Der Fotograf Seamus Murphy hat sie begleitet und fotografiert.

Wieviel einfacher kann Liebe sein?
Wir sollten uns gleich verloben. Schreib‘ mir ’ne SMS.

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Keine Frauen auf der Konferenz? Keine Ausreden mehr.

Ein Notizbuch mit vielen durchgestrichenen Listeneinträgen

Bild CC BY-NC-SA 2.0 paloetic

Seit knapp einem Jahr gibt es ja bereits die Liste mit Netzfeministinnen. Tatsächlich sind Listen mit potentiellen Referentinnen keine Seltenheit, wenn mensch das einmal in Google eingibt. Dazu habe ich bei Kippt eine Linksammlung eingerichtet, auf der Listen mit weiteren Links sind, sowie Datenbanken und die Kontakte von Vereinen und Verbänden, die bei der Vermittlung von Expertinnen gerne weiterhelfen: Female Speakers Lists and Contacts. Keine Ausreden mehr.

Internationaler Poetry-Slam für Frauen

Nicht nur einen Poetry Slam mit dem wunderbaren Titel „Dichter sind andere auch nicht.” gibt es in Osnabrück. Am Dienstag, den 14. September, ist erneut der Internationale Lese-Slam für Frauen „Lesekunst für Frauengunst“. Dort lesen Frauen mit und ohne Migrationshintergrund eigene Texte – oder von Autorinnen aus anderen Kulturkreisen. Auch hier ist nach sieben Minuten Schluß und das Publikum wählt anschließend seine Favoritin. Die musikalische Begleitung bietet der Fabi-Chor „Choreos”.

Veranstaltet wird der Slam vom Frauenkulturverein Mother Jones und der AWO in der Stadtbibliothek am Markt. Der Eintritt beträgt 4 Euro bzw. ermäßigt 3 Euro. Los geht’s um 20 Uhr.

Von, über und ohne Frauen – Veranstaltungen in Osnabrück

Ab nächster Woche gibt es wieder eine Skulpturenausstellung im Hof des StudiOS der Universität Osnabrück. Die Osnabrücker Künstlerin Karin Mackay setzt sich in „fe-mail” mit weibliche Botschaften auseinander. Geöffnet ist der Skulpturengarten, Neuer Graben 27, vom 14. September bis 26. Oktober jeweils von 9 bis 16 Uhr (Mo – Do) und freitags von 9 bis 14 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Um die „Rolle der Frauen in den Moscheegemeinden” geht es am 13. und 14. September in einer Fachkonferenz der Uni. Themen sind u.a. Frauenbilder muslimischer Philosophen und Mystiker, ihre Arbeit in den Vorständen von Moscheegemeinden oder die Intersektionalität von Islam, Frauen und Feminismus. Solange es freie Plätze gibt, ist die Anmeldung auch noch vor Ort möglich, die Teilnahmegebühr beträgt 5 Euro. Weitere Informationen gibt es auf dem Flyer zur Veranstaltung.

Außen vor bleibt das Thema Frauenrechte leider beim »Colloquium Dritte Welt – Umwelt und Entwicklung«, das sich diesmal der Frage „Kein Friede für Afghanistan?” widmet. Einst einer der medial hervorgehobenen Gründe für den Krieg gegen die Taliban, ist es heute mehr als fragwürdig, ob sich für die Afghaninnen tatsächlich die Situation gebessert hat. Auf Nachfrage wurde ich an den einzigen Vortrag einer Referentin, Nadia Nashir-Karim vom Afghanischen Frauenverein, verwiesen (7. Dezember, 19:30 Uhr, Eintritt frei, Vortragssaal der VHS in der Bergstr. 8). Dabei soll es aber eigentlich darum gehen, ob Hilfsprojekte Afghanistan wirklich helfen können. Polemisch ausgedrückt: „ups, die Frauen haben wir vergessen, aber derailen sie ruhig den Vortrag unserer Quotenfrau”.


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