Huch, 2015 ist rum.

Na gut, das hätte ich schon beim letzten Beitrag bemerken können. Ein neuer Job in einer anderen Stadt – dieses Jahr war erst recht anstrengend und ich musste meine Energie in die Veränderungen stecken. Das Blog ist dabei etwas kurz gekommen.

Vor strahlend blauem Himmel der Blick über die Dächer der Altstadt von Tunis.

Veranstaltungen: Warum so viele Blogger_innen nicht mehr bloggen, haben wir uns beim Young Media Summit Reloaded gefragt. Vier Jahre nach Kairo wurden die Ehemaligen spontan zum Jahresende nach Tunis geladen. Leider waren die mir bekannten Gesichter durch verschiedene Umstände begrenzt – neben der Kurz­fristigkeit gibt es Visumsstreitigkeiten zwischen Tunesien und Ägypten und ein Teil der ehemaligen Teilnehmer_innen sind inzwischen Flüchtlinge, für die erstmal keine Bewegungsfreiheit gilt. Es gab also umso mehr Leute kennen zu lernen und viele weitere neue Fragen. So arbeitet etwa die tunesische Zivilgesellschaft an ihrer Demokratie, inklusive der Erkämpfung von Minderheitenrechten. Weiterhin sind Überwachung „gegen den Terror“ und die Einschränkung von Freiheitsrechten in allen Ländern aktuelle Themen. Mehr über das Summit hat vor allem Urmila gebloggt. Ich war ansonsten vor allem beruflich unterwegs (Maker Faires!) und immerhin einmal fast zu Hause, in Kiel.

Ein gehäkelter Cupcake mit rotem Topping steht neben einem Groot-Bäumchen in einem weißem Topf und einer blauen Fliege mit weißer und blauer LED.Selbermachen: Dass ist nun zum Glück mein Job und im einschlägigen Magazin findet ihr diverse Basteleien. Besonders begeistert hat mich die magnetische Klebefolie, die mein Whiteboard nicht nur mit Tasten sondern auch Wäsche­klammern und Post-It-Stapeln befüllt. Alternativ eignen sich Heißkleber und Neodym-Magnete. Privat habe ich, nach nur über einem Jahr, endlich ein Album der Chinareise zusammengestellt und meinen Kleiderschrank beleuchtet. Außerdem habe ich einen Cupcake gehäkelt, weitere Katzenschuhe gemalt und einen Bow-tie beleuchtet. Schließlich gibt es neue Weihnachtsdeko und mit Porzellanstiften lassen sich prima Weihnachtsgeschenke zaubern. „Nur“ geschenkt bekommen aber selbst eingepflanzt: Baby Groot!

Lila leuchtende Kopfhörer mit KatzenohrenCrowdfunding: In Zeiten von Lieferungen am nächsten Tag sind die Schwarm­projekte fast schon anachronistisch. Aber auch keine echten Bestellungen, denn viele klappen eh nicht. Dieses Jahr kamen meine leuchtenden Katzen­ohren­kopf­hö­rer und das Blinkblink-Set. Im Januar soll der stark ge­hyp­te, auf den zweiten Blick vermutlich komplett nutzlose Loon­cup geliefert werden. Seit dem Erreichen des Funding­ziels gibt es aber noch kein Update. Immerhin: Der Unter­haltungs­faktor ist nicht zu unter­schätzen.

Wiederfinden: Schon zum zweiten Mal habe ich jetzt die Zeit zwischen den Jahren genutzt, um Kram meiner Kindheit zu sortieren. Mitnehmen oder wegwerfen? Jedes Mal finden sich längst vergessene Schätze, fragwürdige Prosa und Unmengen an Bildern. Letztere hätte ich gerne digital. Das geht bei Bildern noch halbwegs einfach, bei Negativen wird es schon komplizierter. Noch gar nicht weitergekommen bin ich bei einigen großen Postern.

Gesundheit: Zum Body Positive Practice Month habe ich dann nicht mehr viel ge­schrieben. Vielleicht, weil ich am Ende einsehen musste, dass ich mich doch in die Untiefen unseres Gesundheitssystems begeben muss. Das ist wie erwartet zäh und nervenaufreibend, homoöpatisch betrachtet quasi die Erstverschlimmerung. Und während ich hadere mit der Bürokratie und Wartezeiten und dem Klassen­unter­schied der Kassen läuft im Kino Werbung für ein Krankenhaus. Finanzielle Pri­ori­tä­ten im Gesundheitssytem.

Papierzettel mit Chinesisch-ÜbungenLernen: Wer wenig Zeit hat, findet neue Prioritäten. Eine sollte sein, endlich meine Chinesischkenntnisse voran­zu­treiben. Das hat erstaunlich gut geklappt. Regelmäßigs Vokabellernen führt zu Erfolgserlebnissen. So gut, dass ich diesen Monat ein weiteres altes Ziel ausgegraben habe und auf Duolingo Esperanto gamifiziere. Ansonsten habe ich mich auf Podcasts verlegt, das passt zum Pendeln. Backtalk von Bitch Media hätte ich gerne auf Deutsch. Ich würde es sogar gern selber machen – nur wann und überhaupt? Das gleiche gilt für Projekte wie Roboism, nun da die Nrrrdz Adieu gesagt haben. Ach ja, in den Vereinsvorstand des Stratum hatte ich mich ja auch wählen lassen. Das sei nicht so viel Arbeit hieß es… Das war es dann doch, in einer für mich neuen Position. Vielleicht wird es mit mehr Erfahrung nun einfacher. Also auf in 2016.

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Und sonst so? Das war 2014 und wie es weiter geht.

Auf schwarzem Grund ist eine Ansteckbrosche, eine pinke Sonnenbrille.

Ein 80er Original

Seit Anfang des Jahres habe ich auch mal einen Instagram-Account, was diese Arbeit deutlich erleichtert hat.

Über einen Fluss geht eine Brücke mit mehreren Bögen. Am Ufer steht ein Tisch mit Teeglas. Auf der anderen Seite sind Restaurants.

Zhūjiājiǎo

Reise: Es ging nach China. In die Verbotenen Stadt, auf die Chinesische Mauer, nach Zhūjiājiǎo und ich habe den 1. Mai in Shanghai am Bund überlebt. Ich vermisse Jiǎozi, Bāozi und Western Food auf dem immer ein Spiegelei ist. Es war eine Idee, die ich schon sechs Jahre hatte und dann wurde sie Realität. Umwerfend.
Außerdem mein erster Vortrag in Essen. Jede Fahrt durch den Flächenstadt-Pott ist für mich Schleswig-Holstein-Flächenlandkind ein Erlebnis.

Veranstaltungen: Durch die Reise habe ich die Re:publica verpasst und war stattdessen auf dem Hackover und der Maker Faire in Hannover, dem BarCamp Braunschweig und dem AdaCamp in Berlin. Letzteres war eines der besten Erlebnisse und ich bin dankbar, dass ich dabei sein durfte.

Auf einem pixeligen Display sind Farbspuren von rot über grün bis gelb. Am Rand steht „A Stratum 0 PRODUCTION – ENTE – SCHWEIG“

Balkon: Nie wieder eine Wohnung ohne Balkon. Warm angezogen kann eine das ganze Jahr dort sitzen. Mit Sonne und einer Unmenge an Pflanzen ist es noch viel, viel schöner. Außerdem gab es viel zu essen: Gurken, Radieschen, Salat, Chilis, Erdbeeren. Nomnomnom.

Erwachsen: Ich bin 30 geworden. Das fühlt sich irgendwie anders aber und dann überhaupt nicht. Das Leben geht ja weiter und ich freue mich auf den 31. Geburtstag. Und den 32. und den 33. Jedes Mal ein guter Grund für eine Party mit Freund_innen.

Ein Buch mit dem Titel “African American Women Chemists”, darunter sind schwarze Chemie-Studentinnen zu sehen.

Popkultur: Mit herzteile habe ich ein wunderbares Team zum Bloggen über Computerspiele gefunden. Ein Jahr Chaos und kein Ende. ❤ Ansonsten habe ich hier einige TV-Serien vorgestellt, gestern meine Film-Empfehlungen gesammelt und den Comics-Sci-Fi-Sachbuch-Stand gibt’s auf Goodreads.

Mein Blog: Dafür hatte ich im Laufe des Jahres immer weniger Zeit. Bis immerhin Ende November habe ich die wöchentlichen Linksammlungen geschrieben – vor allem als Schreibübung für mich. 2015 will ich wieder starten wie 2014 und Euch die besten Serien unterjubeln. The Fall, Nikita, Prime Suspect

Arbeit: 2014 war sehr, sehr anstrengend. Nun sage ich der Befristungsmisere des Öffentlichen Diensts adieu und beginne ein Volontariat. Alles auf Anfang in 2015!