Filme! Drachenmädchen (龍之女)

Nachdem der Film Drachenmädchen eigentlich nur Montag abend im Universum gezeigt werden sollte, da aber die Schlange noch bis vor die Tür ging, gab es heute noch eine weitere Vorstellung und am Sonntag morgen um 11:15 noch eine. Meine Empfehlung: Hingehen!

Mehr zum Inhalt hat Lucie bei Kleiner drei geschrieben und einige interessante Fakten verstecken sich in den Unterrichtsmaterialien zum Film (PDF). In Braunschweig dann auch Original mit deutsch-sprachigen Untertiteln.

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Gibt’s auch – coole Veranstaltungen in Braunschweig

Dieses Wochenende ist dann mal wieder was in Braunschweig zu erleben und tun:

Am Freitag, den 31. August, veranstalten die Ultras Braunschweig und der AStA der TU einen Vortrag zu „Fußballfans gegen Homphobie“.

Am Samstag, den 1. September lädt das Onkel Emma dann zum Frauencafé und dem Emma’s finest #1.

Und am Montag, 3. September, geht es mit dem Queer Cinema und La-La Land weiter.

Filme! Merida.

Hab ich (vor ner Weile schon) auch gesehen. Anschauempfehlung.

Symptomatisch ist irgendwie die Rezeption von Merida. In einer Rezension stand, der Film sei zwar gute Unterhaltung, aber kein Meilenstein wie andere Pixar-Filme. Äh nein. Es ist der erste Pixarfilm mit einer HauptdarstellerIN. Deren Geschichte sich noch dazu um ihr Verhältnis mit ihrer leiblichen Mutter dreht. Das ist in Filmmaßstäben sowieso, in Märchenmaßstäben aber noch mal besonders herausragend.

Leider reden die beiden nicht aaaallzu viel miteinander – andererseits kommunizieren sie dennoch und müssen eh lernen, miteinander zu reden. Ein Prozess, den jeder Mensch mit Kindern oder Eltern gut nachvollziehen kann. Ansonsten lässt der Film Feminist_innenherzen höher schlagen. Ein junges Mädchen, dass sich gegen Geschlechterstereotype wehrt, gegen den Zwang zu heiraten und sich ihrem Schicksal zu ergeben. Die dabei ihre Mutter und auch gleich ihre Gesellschaft mitnimmt und neue Sichtweisen eröffnet. Die sowohl von der Weisheit ihres Vaters, wie auch ihrer Mutter lernt. Schön gezeigt ist auch, dass Merida zwar Konventionen für Frauen, wie einschränkende Kleidung, ablehnt, aber nicht per se ihre Weiblichkeit.

Bevor ich mir an dieser Stelle Gedanken über Raum nach oben mache, möchte ich erstmal noch viel mehr (Mainstream-)Filme sehen, in denen es um Mädchen, Frauen, ihre Töchter und ihre Mütter geht.

PS: Schaut ihn mit Orginalton, wenn es geht!

Filme! I can’t think straight.

Vorhin habe ich das Filmreihen-Angebot des LBST-Referats der Bonner Uni genutzt und mal wieder eine RomCom geguckt. I can’t think straight ist, kurz gesagt, die Geschichte zweier Frauen in heterosexuellen Beziehungen, die sich verlieben und damit klarkommen müssen. Dabei sind die Protagonistinnen alles andere als 08/15-Charaktere: Tala ist eine christlich-arabische Palästinenserin, die in Jordanien aufgewachsen ist. Leyla stammt dagegen aus einer muslimischen Familie, die auch in England auf ihre indischen Wurzeln Wert legt. Neben Homophobie steht dabei auch die Auseinandersetzung mit Antisemitismus auf der Agenda.

Allzu tiefgängige Analysen gibt es in dem Film allerdings nicht, bei allen Resentiments gegen Homosexualität müssen die beiden auch nie um ihr Leben oder ihre Gesundheit fürchten. Aber hier geht’s ja auch um leichte Unterhaltung.

Apropos: Nach einem etwas hölzernen Beginn kommt die Geschichte langsam in Fahrt. Bewährten RomCom-Motiven folgend bleibt sie vorhersehbar, ist dabei aber unterhaltsam umgesetzt. Gelacht wurde auf jeden Fall und wer nah am Wasser gebaut ist, darf sich für den Schluß auch ein Taschentuch mitnehmen.

Im Verlauf der Semesters gibt es dann noch Offside (22. Juni), Trick (29. Juni) und Women without Men (2. Juli) zu sehen. Jeweils um 20 Uhr im Hörsaal III im Schloß und der Eintritt ist frei.

Gucken und Filmkritiker_in werden

Anita Sarkeesian von Feminist Frequency, die uns den Bechdel-Test so schön erklärt hat, hat wieder zugeschlagen. Angesichts der Oscar-Verleihungen am kommenden Sonntag hat sie sich nun die bisher Oscar-prämierten Filme (und RomComs) vorgenommen.

Um selbst mal darauf zu achten, ob ein Film männer- oder frauenzentriert ist, schlägt sie vor, die folgenden Fragen im Kopf zu haben:

  1. Wer wird die meiste Zeit gezeigt?
  2. Aus wessen Perspektive sehen wir die Szene?
  3. Um wessen Handlungsstrang entwickelt sich die Geschichte?
  4. Sehen wir sie Entscheidungen treffen?
  5. Mit wem identifizieren wir uns am meisten?

Ein Punkt, der erstmal noch sehr unscheinbar aussieht ist die Frage, ob und wen wir Entscheidungen treffen sehen. Ohne in den letzten Minuten, seit ich das Video gesehen habe, auch einen Film auf diese Frage hin abgeklopft zu haben – ich denke, dass es sicher ein äußerst interessanter Punkt sein wird.

Lesetipps für Nerds!

Rocchus Wolff hat einen interessanten Artikel über Frauenbilder in Filmen geschrieben. Ob Actionkomödie oder Horrorfilm, oft genug nur stereotyp, manchmal aber auch alle Klischees sprengend.

Das Blog Go Make Me a Sandwich beschäftigt sich mit sexistischen Rollenbildern in Computerspielen. Zuletzt mit den „schicken“ Pressefotos aus den WoW Galerien – in denen die meisten weiblichen Charaktere mehr Wichsvorlagen, denn ernstzunehmende Spielfiguren sind.

Filme! In Osnabrück und Münster.

Im zweiten Teil des heutigen Film-Specials: Aktuelles zum Gucken in und um Osna.

In Osnabrück gibt es morgen „Abortion Democracy“ von Sarah Diehl zu sehen (hier im Interview mit der Mädchenmannschaft). Sie wird ebenfalls vor Ort sein und im Anschluss an die Vorführung für eine Diskussionsrunde zur Verfügung stehen. Veranstaltet vom AStA der Uni Osnabrück geht’s um 19 Uhr im EW-Gebäude, Raum 15/134, los. Eintritt gibt’s nicht. Ab 20 Uhr ist dann im Hörsaal 10 auch noch der reguläre Unifilm, diesmal mit A serious man (kostet 2,50 Euro).

Nach dem Bremischen Queerfilmfestival gibt es am Wochenende dann auch noch eines in Münster. Die Queerstreifen beginnen schon am Donnerstag abend im Cinema, Warendorfer Straße 45-47 (via Kommentar von Fidi bei der Mädchenmannschaft, dort gibt es auch noch jede Menge anderer Termine für diesen Monat).


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Filme! RED im Kino.

Retired. Extremely Dangerous. Dafür stehen die Buchstaben RED des neuen Actionfilms mit Bruce Willis. Auf Deutsch „Im Ruhestand. Extrem gefährlich“, hierzulande heißt der Film aber RED – Älter. Härter. Besser. und hat damit netterweise keine phantasielose Übernahme des Ursprungstitels erfahren. Wie bereits in Keine halben Sachen nimmt Willis dabei wieder einmal sein Actionheldenimage auf die Schippe. Die Ursprungscomics kenne ich leider nicht, den Film zu schauen lohnt sich für Freund_innen des In-die-Luft-Sprengens und sinnlosen Rumgeballers auf jeden Fall. Außerdem fällt er durch einige intersektional-emanzipatorische Ansätze positiv auf.

Schwarzer Hintergrund mit roten Buchstaben R.E.D.

Wie der Titel bereits andeutet, geht es diesmal um eine Gruppe, die an sich schon selten beachtet wird, im Actiongenre aber noch seltener auftaucht. Alte Menschen. Wobei Bruce Willis als Protagonist Frank Moses der jüngste seiner Truppe ehemaliger CIA-Agent_innen zu sein scheint und mit irgendwas über 50 sicher nicht überall als alt durchginge. Seine Rentensachbearbeiterin und Love Interest Sarah Ross ist im wahren Leben immerhin schon 46. Dass sie, genau wie Helen Mirren, ihre Falten stolz zur Schau stellt, ist dabei eine erfrischende Abwechslung zum durchgängigen Ideal immer jüngerer, faltenfreierer Heldinnen. Helen Mirren kriegt dann auch noch eine eigene Liebesgeschichte, allerdings mit Auf-den-Arm-Nehmen beim Happy End statt eines Kusses, der dem jüngeren Paar vorbehalten bleibt.

Neben den diversen selbstironischen Kommentaren gibt es auch einige großartige Gags. So steigt Mirrens Charakter Victoria etwa aus ihren 10 cm High Heels in Kampfstiefel um – wie sollte sie auch sonst schwere Geschütze vernünftig bedienen oder auf glatten Straßen unfallfrei laufen? Auch Sachbearbeiterin Ross widersetzt sich dem Klischee der hilflosen Prinzessin, die es stets zu retten gilt. Sie befreit sich im Motel und bleibt später auch im Angesicht eines Sondereinsatzkommandos im CIA-Hauptquartier ruhig und schlagfertig.

Trotz der starken Protagonistinnen besteht der Film den Bechdel-Test nur knapp. Beim gemeinsamen Ausharren am Scharfschützinnengewehr unterhalten sich die beiden wiederholt über Männer. Beide unterhalten sich noch kurz mit anderen Frauen, die als Vorgesetzte oder Kartenabreißerin aber namenlos bleiben. Einzig bei der Vorstellung unterhalten sie sich drei Sätze über Victorias ehemalige Tätigkeit. Da genau gemeinsame Szene in der Vorschau zu sehen war, hatte ich hier mehr Hoffnung und bin auch nicht die einzige gewesen – die Bechdel Test Movie List listet RED sogar derzeit als durchgefallen.

So bleibt auch bei diesem Film noch einiges an Potential, aber höhere Erwartungen werden derzeit nur äußerst selten erfüllt. Sehenswert ist er nicht zuletzt auch dadurch, dass eine imposante Besetzung zusammentrifft. So sind auch Morgan Freemann (der viel zu früh sterben muss), Karl Urban, Richard Dreyfuss und, wunderbar normalgewichtig und abgebrüht, Audrey Wasilewski dabei.


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