Computermuseum in Paderborn: Am Anfang war Ada

Letztes Wochenende war ich im Heinz-Nixdorf-MuseumsForum um die Ausstellung „Am Anfang war Ada“ über Pionierinnen der Computergeschichte anzuschauen sowie die Daueraustellung über Computergeschichte. Dazu hier gleich zwei Premieren: meine Bilder von Snapchat, hochgeladen als Story bei YouTube (inklusive dem am wenigsten furchtbaren Vorschaubild).

Eine ausführliche Rezension mit weiteren Bildern gibt es schon bei Femgeeks. In der Dauerausstellung sind mir, neben der äußerst knappen Abhandlung der Pionierinnen, noch weitere Kritikpunkte aufgefallen:

  • Dort wird das Wort „taubstumm“ verwendet, was nicht mehr zeitgemäß ist. Die meisten gehörlosen Menschen sind nur taub, nicht stumm.
  • Die Rolle der automatisierten Informationsverarbeitung im Dritten Reich wird quasi mit einem Satz abgefrühstückt, neben einem hübsch anzusehenden Arbeitsstubendeko. Neben der Hollerith-Maschine hängt ein Bild zur Volkszählung der Nazis, aber die Bedeutung der systematischen Erfassung der jüdischen Bevölkerung bleibt unklar.
  • An einer Wand neben den Schreibmaschinen hängt eine Sammlung an Postkarten aus den 20er Jahren, mit (Werbe-)Motiven über faule, heiratsgeile Sekretärinnen. Mindestens ein Bild zeigt auch Gewalt gegenüber einer Frau. Diese Bilder sind in keiner Weise kommentiert, um die Darstellungen einzuordnen, sondern sollen selbst die Einordnung der Exponate ermöglichen. Das wird, nachdem ich mich beschwert habe, jetzt überdacht.

Insgesamt hatte ich einen unterhaltsamen Nachmittag, habe viel gesehen und mich über 2 Raspberry Pis in einem Museum gefreut. Einiges, wie die alten Schreibmaschinen und Diktiergeräte, finde ich einfach faszinierend. Anderes, wie die nicht ganz so alten Handies und Taschenrechner zeigt, wie schnell sich derzeit unsere Gesellschaft verändert.

Wer noch die Ada-Ausstellung besuchen möchte, hat bis zum 10. Juli 2016 Zeit. Wer darüberhinaus über Informatikerinnen lernen möchte, sollte die Webseite des Projekts „Frauen-Informatik-Geschichte“ durchklicken. Die Exkursion wurde organisiert vom deutschen ingenieurinnenbund.

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Lesestoff aus der Heimat: Der Gottorfer Globus

Noch mal aus der Welt der Wissenschaft, aber diesmal nur teilweise mein Metier: Im KosmoLog Uhura Uraniae (yay, Star trek!) geht es um meine Heimatstadt. Genauer gesagt um den Gottorfer Globus, der erst in Schleswig stand und später nach St. Petersburg umzug. Inzwischen gibt es einen kleinen Nachbau im restaurierten Schloßgarten, allerdings in einem sehr schmucklosen Häuschen.

War der Globus nun ein Planetarium oder nicht? Und hat er sich wirklich um die eigene Achse gedreht? Das verrät Euch Susanne M. Hoffmann.

Das Gottorfer Globushaus – ein rechtwinkliges weißes Haus in einem mehrstufigen Park mit grünem Gras und Hecken. Durch eine Fensterscheibe ist die obere Hälfte des Gottorfer Globus zu sehen. Im Vordergrund ein großer Kaktus.